Wirtschaft : Steuerresistente Raucher

-

Von Daniel RheePiening

Die Schachtel Zigaretten ist um rund 40 Cent teurer geworden. Den Rauchern soll aus Gesundheitsgründen das Rauchen abgewöhnt werden, die Sozialkassen sollen entlastet und die Staatskassen gefüllt werden. So lautet jedenfalls die offizielle Begründung für die Steuererhöhung. Der Finanzminister kassiert rund 26 Cent mehr Tabaksteuer pro Päckchen – und hofft auf Milliarden. Und die Industrie setzt noch einen drauf und nutzt die Gunst der Stunde zu Preiserhöhungen.

Doch die Rechnung dürfte nicht aufgehen. Die Deutschen werden nicht weniger rauchen, nur weil die Zigaretten teurer werden. Der Betrag ist zu gering, und zudem ist Rauchen eine Sucht, da spielt der Preis kaum eine Rolle. Das weiß jeder. Auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und Finanzminister Hans Eichel. Wenn die Politik für ihre jüngste Steuererhöhung also die Gesundheit ins Feld führt, ist das eine freundliche Umschreibung dafür, dass in keinem anderen Bereich der Staat so gefahrlos zulangen kann.

Auch das Argument, dass sich die Raucher an den von ihnen verursachten Kosten in der Sozialversicherung stärker beteiligen müssten, sticht nicht. Denn erstens fließen die Mehreinnahmen nicht in die Krankenkassen, sondern in den allgemeinen Staatshaushalt. Zweitens ist die Lebenserwartung von Rauchern geringer, sie nehmen die Krankenkasse und vor allem die Rentenversicherung nicht so lange in Anspruch.

Und: Zwar rauchen die Raucher weiter. Doch das heißt noch lange nicht, dass sich Hans Eichel über dauerhafte Steuermehreinnahmen freuen kann. Denn die Raucher suchen nach Möglichkeiten, preiswerter an ihre Zigaretten zu kommen. Sie drehen selbst, oder sie schmuggeln. Der Finanzminister sollte doch einfach mal nach Großbritannien schauen: Dort kostet die Schachtel rund sieben Euro. Geraucht wird deshalb nicht weniger. Aber bereits jede dritte Schachtel wird am Fiskus vorbei importiert.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben