Wirtschaft : STEVE JOBS

Der Apple-Chef erweckt tot geglaubte Tablet-Computer zu neuem Leben

Wie immer im schwarzen Rolli: Steve Jobs stellte am 27. Januar in San Francisco das iPad vor. Foto: AFP
Wie immer im schwarzen Rolli: Steve Jobs stellte am 27. Januar in San Francisco das iPad vor. Foto: AFPFoto: AFP

Er hat es auch 2010 geschafft. Apple war dank seines Gründers und Chefs Steve Jobs rund um den Globus ein Gesprächsthema. Wenigen Topmanagern gelingt es, einen solchen Hype um eine durchaus überschaubare Produktpalette zu entfachen. 2009 hatten sich Technikfreaks und Kunden des US-Technologieunternehmens noch mit den lebensbedrohlichen Folgen der Lebertransplantation beschäftigt, der sich Jobs unterziehen musste. 2010 ging es endlich wieder um neue Apple-Produkte: vor allem um das iPad, aber auch um die neue Generation des iPhones und um neue iPods.

Der genesene Jobs erweckte mit dem iPad die längst tot geglaubten Tablet-Computer zu neuem Leben. Am 27. Januar stellte Jobs das iPad in San Francisco als „magisches Gerät“ vor. Andere Hersteller waren mit ihren Tablet-Computern gescheitert. Das Apple-Gerät dagegen ist ein Hit. Rund 13 Millionen Mal soll es sich allein in diesem Jahr verkauft haben. Wettbewerber wie der koreanische Hersteller Samsung versuchen nun, diesen Erfolg mit eigenen Geräten zu kopieren. Vor allem aber die Medienbranche hofft auf einen ganz neuen Markt und zusätzliche Erlösmodelle.

Apple sitzt derweil mit seinen weltweit 46 600 Beschäftigten auf einem Geldberg von mehr als 50 Milliarden Dollar. Und überholte beim Börsenwert (295 Milliarden Dollar) in diesem Jahr zum ersten Mal den Erzrivalen Microsoft. Der einstige Computerbauer mischt nicht nur im digitalen Musikgeschäft kräftig mit, sondern ist inzwischen auch einer der großen Spieler auf dem Smartphone-Markt. Hinter dem Handyhersteller Nokia kann Apple mit dem iPhone rund ein Viertel des Marktes für sich beanspruchen. Zur Geldmaschine entwickelte sich auch der App-Store, in dem hunderttausende kleine und große Anwendungen für die mobilen Apple-Geräte gekauft werden können. Auch die Fernseh-Settopbox Apple-TV ist für Steve Jobs nicht länger mehr nur ein „Hobby“. Man werde von der zweiten Apple-TV-Generation noch vor Weihnachten eine Million Geräte verkauft haben, teilte Apple vergangene Woche mit.

Steve Jobs, der seine Auftritte in Jeans, Turnschuhen und schwarzem Rollkragenpulli kultiviert, wurde im Februar 1955 in San Francisco geboren. 1976 gründeten er gemeinsam mit Steve Wozniak und Ronald Wayne die Apple Computer Company in seiner Garage in Palo Alto. 1985 verließ Jobs das Unternehmen im Streit. Er gründete eine weitere Firma: Next Computer. Die wurde wiederum 1996 von Apple übernommen. Und so kehrte Jobs zu seinem alten Unternehmen zurück, das er seither führt. Sein Vermögen wird vom Magazin „Forbes“ auf 6,1 Milliarden Dollar geschätzt.

2010 konnte Jobs noch einen weiteren Erfolg für sich verbuchen. Jahrelang soll der bekennende Beatles-Fan versucht haben, die Songs der „Fab Four“ in seinen Online-Shop zu bekommen. Doch die Musikfirma Apple Corps (1968 von den Beatles selbst gegründet) stritt sich erbittert mit dem acht Jahre später gegründeten Computerkonzern Apple Inc. über die Verwendung des gleichlautenden Namens und des Apfel-Logos. Nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten einigten sich beide Seiten im November. Seither gibt es die Musik der Beatles legal im Netz zu kaufen.

Jobs will auch 2011 im Gespräch bleiben. Angeblich soll es schon eine neue Variante des iPads geben. Derweil platzt die Konzernzentrale im kalifornischen Cupertino aus allen Nähten. Ende November kaufte Apple seinem Konkurrenten und Nachbarn Hewlett Packard Firmengelände ab. mot/vis

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