Stiftung Warentest : Schlechte Noten für E-Bikes

Elektrofahrräder sollen Radlern eigentlich unterstützen. Beim Test zeigt sich aber: Manche sind eher gefährlich als hilfreich.

Frederike Roser
Elektrofahrräder werden in Deutschland immer beliebter.
Elektrofahrräder werden in Deutschland immer beliebter.Foto: dpa

Stiftung Warentest und der Automobilklub ADAC haben 16 Elektrofahrräder getestet – über die Hälfte fiel bei dem Test durch. „Am Ende des Dauertests in unserem Prüflabor hieß es: zweimal Rahmenbruch, dreimal Lenkerbruch, dreimal Bremsversagen“, sagte „Test“-Chefredakteurin Anita Stocker am Dienstag in Berlin. Vier der Hilfsmotoren strahlten obendrein so stark, dass sie im Umkreis von bis zu 100 Metern den Funkverkehr von Rettungsdiensten stören können.

Die Elektromotoren bei einem Pedelec unterstützen den Fahrer beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometer. Dieses Tempo bedeutet eine höhere Belastung für die E-Bikes, von denen mittlerweile rund 1,3 Millionen auf den Straßen in Deutschland unterwegs sind. Jedes zehnte Rad hierzulande wird schon von einem Motor unterstützt, heißt es beim Zweirad-Industrie-Verband. Und der Markt wächst: Im vergangenen Jahr wurden knapp 380000 Elektroräder in Deutschland verkauft, rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr.

Besonders beliebt sind die nun getesteten Komfort-Pedelecs mit tiefem Einstieg. Aber nur zwei der geprüften Räder, die Modelle von Stevens und Kettler, schnitten insgesamt gut ab. Sie kosten jeweils knapp 2500 Euro. Neun der Pedelecs, darunter das günstigste von Norma für 700 Euro und das teuerste von Flyer für etwa 2700 Euro, erhielten dagegen die Note „Mangelhaft“. „Auf jeden Fall sollte man die Finger von Billigprodukten unter 1000Euro lassen und darauf achten, dass bei dem Rad Hydraulikbremsen verbaut sind“, rät die Stiftung Warentest.

Am schlechtesten bewerteten die Tester die Modelle von Kreidler und Leviatec. Beim erstgenannten brach der Lenker. Beim zweiten waren die Akkus defekt – der Motor startete nicht. Zudem sei die Gabel gerissen und der Rahmen sowie das Hinterrad gebrochen. Der Verkauf wurde nach Angaben des Herstellers sofort gestoppt, die Ursachen sollen geprüft und die Gabeln bis nächste Woche ausgetauscht werden. „Wir testen die Räder selbst auf der Straße, aber so einen harten Belastungstest haben wir noch nicht durchgeführt. Und diese Probleme sind uns bisher von keinem Kunden bekannt“, sagte Leviatec-Geschäftsführer Thomas Natz auf Anfrage. Die Akkus seien leider in der getesteten Charge eine Fehlproduktion gewesen. Der Hersteller habe sie aber inzwischen ausgetauscht.

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