Wirtschaft : Stiftung Warentest: Unabhängigkeit sichern

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Die Stiftung Warentest will sich langfristig bei ihrer Finanzierung von der Politik unabhängig machen. "Wir dürfen nicht von der jeweiligen politischen Großwetterlage abhängig sein", sagte Vorstand Werner Brinkmann. Der Bundestag habe zwar 2001 die von der Regierung geplante Kürzung der jährlichen Zuwendungen von 13 auf acht Millionen Mark teilweise rückgängig machen können, dennoch könne die Existenz der Stiftung jederzeit in Frage gestellt werden. Brinkmann forderte deshalb von der Regierung, ein ausreichend großes Stiftungskapital zu schaffen. Die Verzinsung sollte dann die jährlichen Zuwendungen ersetzen. Bisher machen die Zuwendungen rund zwölf Prozent des Finanzierungsbedarfs der Stiftung aus, der Rest wird aus eigenen Publikationen finanziert.

Wie Brinkmann weiter sagte, wäre für ein Zinsaufkommen von rund zehn Millionen Mark ein Stiftungskapital von rund 160 bis 170 Millionen Mark notwendig. Der Politik sei diese Größenordnung bekannt. Der Aufbau könne wohl aber nur in Teilschritten erfolgen. Nach Informationen Brinkmanns sehe der Bundeshaushalt 2002 noch keine Zahlungen vor. "Wir hegen aber große Hoffnung, dass Verbraucherministerin Renate Künast sich der Sache annimmt." Für die Stiftung ist seit kurzem das Verbraucherministerium und nicht mehr das Wirtschaftsministerium zuständig.

Als positives Zeichen bewertete Brinkmann, dass Künast die geplanten Zuwendungen für das Jahr 2002 von elf auf 11,5 Millionen Mark erhöht habe. Für dieses Jahr hat die Stiftung statt acht dann elf Millionen Mark bekommen. Die Diskussion um die Finanzen habe der Stiftung jedoch gezeigt, dass sie nicht nur politische Verbündetete brauche, sondern auch die Kosten senken und die Erlöse weiter steigern müsse. "Bei allem waren wir sehr erfolgreich", sagte Brinkmann rückblickend. Bei einem Umsatz von 105 (102,7) Millionen Mark habe das Ergebnis im Jahr 2000 auf 5,4 (4,6) Millionen Mark erhöht werden können. Entscheidend für den Ergebnisüberschuss sei neben einem harten Sparkurs vor allem der Verkaufserfolg der Sonderveröffentlichungen und hier insbesondere des Medikamentenhandbuchs gewesen. Das Hauptprodukt, die Zeitschrift "test", verlor dagegen weiter Leser und trotz einer Preiserhöhung auch an Umsatz. Die Zeitschrift "Finanztest" steigerte ihre Leserzahlen dagegen leicht.

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