Stille Gefahr : Hybrid- und Elektroautos sollen lauter werden

Die leisen Motoren von Hybrid- und Elektrofahrzeugen könnten zu einem Verkehrsrisiko werden. Eine Expertengruppe hat sich deshalb damit beschäftigt, welche verkehrstauglichen Geräusche die Fahrzeuge in Zukunft erzeugen sollen.

Lautlos unterwegs. Elektroautos können Fußgänger gefährden.
Lautlos unterwegs. Elektroautos können Fußgänger gefährden.Foto: picture alliance / dpa

Die leisen Hybrid- und Elektroautos sollen zur Sicherheit von Fußgängern und Fahrradfahrern lauter werden. Eine Expertengruppe der UNO unter deutschem Vorsitz einigte sich auf Empfehlungen, wie diese Autos im Verkehr akustisch besser wahrgenommen werden können, wie das Bundesverkehrsministerium am Montag mitteilte. „Wir wollen leise, aber auch sichere Elektrofahrzeuge“, erklärte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).

Die Experten schlagen vor, dass die Elektroautos vom Start bis zu einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde sowie im Rückwärtsgang ein Geräusch machen. Dieses Geräusch müsse an ein Fahrzeug erinnern – Alarmtöne, Hupen, Klingeln oder gar Sirenen sind tabu, auch Melodien, Tier- oder Insektengeräuschen erteilten die Experten eine Absage.

Die Empfehlungen sollen bereits ab Sommer gelten. Minister Ramsauer hob hervor, dass die Autoindustrie mit den Empfehlungen „frühzeitig“ einen sicheren Rahmen habe, den sie schnell umsetzen könne. Auf Grundlage der Empfehlungen solle eine „weltweit verbindliche“ Regelung entstehen. „Klar ist aber schon jetzt: Ein verwirrendes und lautes Geräusche-Chaos wird es nicht geben.“ Das sei für die künftige Akzeptanz der Elektroautos ein gutes Signal.

Bisher sind die Automobilhersteller das Problem unterschiedlich angegangen: Während viele Anbieter von Hybrid- und Elektrofahrzeugen auf künstliche Fahrgeräusche verzichtet haben, bietet Toyota seinen doppelmotorigen Prius in Japan optional mit künstlichem Motorengeräusch im Strombetrieb an. Das nachrüstbare Feature kostet dort rund 120 Euro. Auch der Mitte des Jahres auf den deutschen Markt kommende Infiniti M35h verbreitet via Bordlautsprecher in der Frontstoßstange einen markanten Sinus-Warnton, der sich ab 30 km/h abstellt. Nissan hat sein Ende des Jahres erscheinendes, bis zu 144 km/h schnelles Elektroauto Leaf mit „Flug-Geräuschen“ ausgestattet. Am Elektro-Roadster Tesla lässt sich sogar ein V8-Motorengeräusch „zuschalten“. (dpa/AFP)

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