Wirtschaft : Stimmen zum Versuch der Rettung des Konzerns

Bernhard Seidel, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin: Wenn Bundeskanzler Schröder mittels finanzieller Verpflichtungen - etwa Bürgschaften des Staates - interveniert, dann wird in Marktprozesse eingegriffen. Das muss man sich sehr, sehr gut überlegen. Es muss freilich gesehen werden, dass bei einem Konkurs von Holzmann auch der Staat in Zahlungsverbindlichkeiten geräte - zunächst über die Bundesanstalt für Arbeit, indirekt aber auch durch ausfallende Steuereinnahmen. Deshalb sollte die Politik vermittelnd eingreifen und die Banken zum Handeln bewegen.

Michael Glos, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag: Die Kosten für das Missmanagement kann nicht der Steuerzahler übernehmen. Bei Lösungsanstrengungen sind natürlich die Eigentümer dran.

Claude Herion, Chef des Bundesverbandes Junger Unternehmer: Eine Rettung muss privatwirtschaftlich erfolgen. Es geht nicht an, dass angesichts von Überkapazitäten in der Baubranche ein maroder Wettbewerber wegen seiner schieren Größe mit Steuergeldern aus seinem selbst verschuldeten Konkurs gerettet wird.

Ludolf von Wartenberg, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI): Es wäre tragisch, wenn wirtschaftliche Entscheidungen mit Steuergeldern ausgeglichen würden. Dies würde letztendlich teurer.

Guido Westerwelle, Generalsekretär der FDP: Wenn vor der Zeit den Banken öffentliches Geld quasi als Blankoscheck präsentiert wird, müssen am Ende die Steuerzahler die Kosten tragen.

Udo Ludwig, Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH): Man kann nicht immer nach Vater Staat rufen, so schlimm das Ganze ist. Ökonomisch ist es nicht sinnvoll, wenn die Politik so stark in unternehmerische Belange eingreift.

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