Wirtschaft : Stimmung besser als die Lage

Kommunikations-Branche in der Region wächst nur langsam BERLIN (olm).Die Technologiesegmente Information und Kommunikation (IuK) gehören zu den Wirtschaftsfeldern mit den höchsten Erwartungen.Weltweit kalkuliert die Branche inzwischen in jährlichen Wachstumssprüngen von weit über 10 Prozent.Gemessen daran und im Vergleich zu den anderen Ballungsgebieten in Deutschland bildet die Region Berlin-Brandenburg noch immer das Schlußlicht.Nach den Ergebnissen einer Konjunkturumfrage im Auftrag der Gesellschaft zur Förderung der mittelständischen Softwareindustrie (SIBB) erwirtschaften die mehr als 14 000 Unternehmen der Region mit jährlich 2,2 Mrd.DM lediglich 3 Prozent vom deutschen Gesamtumsatz der Branche. Von Frankfurt (Main), Stuttgart oder München weit entfernt, haben selbst Städte wie Hamburg noch die Nase vorn.Als Gründe für das schlechte Abschneiden werden von den 42 befragten Unternehmen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das schlechte Innovations- und Investitionsklima aber auch das nicht ausreichende regionale Auftragsvolumen genannt. Ein weiteres Handicap, so SIBB-Vorstandschef Pedro Schäffer am Dienstag in Berlin, ist die Nähe gerade der Vielzahl der kleinen und mittleren Firmen zu den öffentlichen Auftraggebern.Rund 80 Prozent aller Unternehmen arbeiten für die öffentliche Hand.Der Rückgang dieser Aufträge 1997 von 0,4 Prozent hat die Situation noch verschärft und dazu beigetragen, daß die Umsätze im Durchschnitt nur um 1,2 Prozent gewachsen sind.Etwa ein Drittel der IuK-Firmen mußten sich mit Einbußen oder Nullwachstum abfinden.Dennoch ist die Grundstimmung der Befragten durchaus positiv.Trotz mangelhafter Ertragslage und preislichen Zugeständnissen wurde das Personal 1997 um 3,3 Prozent aufgestockt.Auch für das laufende Geschäftsjahr geht man in der Region von einem weiteren Aufbau der Beschäftigten aus.Für 1998 erwarten 76 Prozent der Firmen ein Wachstum, teilweise von mehr als 5 Prozent. Das eigentliche Potential der regionalen IuK-Branche, das künftig zur bestimmenden Ressource für den Standort werden könnte, ist das Arbeitskräfteangebot.Dank der großen Anzahl von Hochschulabgängern wird die Situation in Berlin als gut bis sehr gut beschrieben.Was sich als eigentlicher Wachstumsmotor herausbilden könnte, weist aber noch starke Defizite aus.Professor Herbert Weber, Leiter des ISST Fraunhofer Instituts, beklagt in diesem Zusammenhang den Graben zwischen Universität und Wirtschaft.

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