Wirtschaft : Stimmung in der Weltwirtschaft verschlechtert sich

Ifo-Umfrage ergibt vor allem für Konjunktur in Westeuropa sinkenden Optimismus / Forscher erwarten aber keine neue Rezession

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Berlin (brö). Die Stimmung in den Unternehmen rund um den Globus verschlechtert sich wieder. Im Juli ist der Index für das Weltwirtschaftsklima leicht zurückgegangen, wie aus einer Erhebung des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung vom Montag hervorgeht. Der Wert, der aus Urteilen von 1055 Experten in 90 Staaten alle drei Monate gebildet wird, war in den beiden Quartalen zuvor stark gestiegen. Zuletzt ging er von 104,7 auf 101,1 Punkte zurück. „Der Juli-Wert liegt aber noch immer über dem langjährigen Durchschnitt“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Ein erneuter Einbruch der Konjunktur in den wichtigen Wirtschaftsräumen der Welt sei nicht zu befürchten, vielmehr werde sich die Erholung weiter fortsetzen, wenn auch etwas abgeschwächt.

Während die befragten Unternehmer und Forscher, die in länderübergreifenden Konzernen oder Institutionen arbeiten, die aktuelle Lage der Wirtschaft sogar besser einschätzten als bei der letzten Befragung, nahmen sie ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate etwas zurück. Vor allem in Westeuropa und Nordamerika habe sich die Stimmung verschlechtert, erklärten die Ifo-Volkswirte. „In Westeuropa bleibt die Dynamik deutlich hinter dem Weltdurchschnitt zurück“, sagte Sinn. In Asien dagegen seien Firmen und Forscher zuversichtlicher, dort habe sich die Lage weiter verbessert.

Das Welt-Konjunkturbarometer ist vergleichbar mit dem deutschen Geschäftsklima-Index, der einmal im Monat ebenfalls vom Ifo-Institut veröffentlicht wird. Der August-Wert, den die Wirtschaftsexperten am Mittwoch bekannt geben, wird mit besonderer Spannung erwartet. Der Grund: Die beiden letzten Befragungen hatten eine schlechtere Stimmung bei den rund 7000 ausgewählten Unternehmen in Deutschland ergeben. Nach einer Faustregel des Ifo-Instituts signalisiert ein dritter Rückgang in Folge bereits eine Trendwende in der Wirtschaftsentwicklung – in diesem Falle wäre dies ein erneutes Abgleiten in die Rezession. Das wäre kurz vor der Bundestagswahl ein schlechtes Signal für die rot-grüne Regierungskoalition.

So weit muss es aber nicht kommen. Zum einen waren die Indexwerte bei den jüngsten Befragungen nur leicht gesunken. Zum anderen halten Experten die Ifo-Werte wegen der Flutkatastrophe in den neuen Bundesländern und der Börsenflaute für nicht besonders aussagekräftig. Einige Forscher halten sogar eine Stimulierung der Konjunktur durch den Wiederaufbau für möglich.

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