Wirtschaft : Stimmung steigt im Handwerk Berliner Kammer für 2006 optimistisch

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Berlin – In Berlin gibt es derzeit 32500 Handwerksbetriebe – das sind gut 1800 mehr als vor einem Jahr. Trotzdem sank die Zahl der Beschäftigten um mehr als 4900. Den Grund für diese Entwicklung sieht Stephan Schwarz, Präsident der Berliner Handwerkskammer, vor allem in Ein-Personen-Unternehmen. „Die Novelle der Handwerksordnung vom Januar 2004 hat uns hier einen regelrechten Boom beschert,“ sagte Schwarz am Donnerstag. Durch die Änderung ist für die Eröffnung eines Betriebs in 53 Branchen keine besondere Qualifikation mehr erforderlich. Zu diesen Branchen zählen zum Beispiel Schuhmacher und Raumausstatter. Die Ankündigung der großen Koalition, diese Änderung noch einmal zu überdenken, begrüßte Schwarz.

Trotz der nach wie vor angespannten Lage blickt das Handwerk Schwarz zufolge positiv in die Zukunft. Zwei Drittel der Betriebe bezeichneten ihre Lage als zufriedenstellend. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei rund 60 Prozent gelegen.

Die von der Koalition geplante Mehrwertsteuererhöhung für das Jahr 2007 bezeichnete Schwarz als „Gift für die ohnehin labile Binnenkonjunktur.“ Von der Entwicklung der Inlandsnachfrage sei das Handwerk besonders abhängig.

Für unbefriedigend hält Schwarz auch die Pläne der künftigen Bundesregierung, nur einen Prozentpunkt der Einnahmen aus der höheren Mehrwertsteuer für die Senkung von Lohnnebenkosten zu verwenden. Gerade diese Kosten belasteten das Handwerk.

Die angekündigte steuerliche Absetzbarkeit von handwerklichen Leistungen dagegen hält der Kammerpräsident für einen Schritt in die richtige Richtung. Wenn für Arbeitsleistungen in Höhe von bis zu 3000 Euro 20 Prozent abgesetzt werden könnten, reiche das für die Bekämpfung der Schattenwirtschaft jedoch nicht aus. eb

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