Wirtschaft : Stimmungshoch in der Weltwirtschaft hält an

Die Weltwirtschaft befindet sich Experten zufolge weiter auf Wachstumskurs. Wie der am Montag veröffentlichte Konjunkturtest des Münchner ifo-Instituts ergab, hielt das internationale Stimmungshoch im April und Mai an. Die aktuelle Lage wurde insgesamt noch besser beurteilt, vorsichtiger fiel jedoch die Prognose für das kommende halbe Jahr aus. In den USA und in Westeuropa herrschte weiter großer Optimismus. In Osteuropa war dem ifo-Institut zufolge die Stimmung allerdings gedämpfter. Die Inflationsrate wird nach Einschätzung der Experten trotz der guten Lage, des schwachen Euros und der gestiegenen Rohölpreise auf niedrigem Niveau bleiben. Der Preisanstieg im laufenden und im kommenden Jahr dürfte nicht über zwei Prozent steigen, heißt es in einer weiteren Analyse.

In Westeuropa hat sich das Wirtschaftsklima der Umfrage zufolge verbessert, allerdings hätten die Erwartungen nachgegeben. Dies deute darauf hin, dass eine schwächere US-Konjunktur und höhere Zinsen Europas Aufschwung zum Jahresende bremsen könnten. In Deutschland ist das wirtschaftliche Umfeld laut Umfrage so gut wie lange nicht mehr. Motor des Aufschwungs ist dabei der Export. Einen weiter beflügelten Inlandsverbrauch erwarten die Experten von der Steuerreform. Das größte Problem sehen sie nach wie vor in der Arbeitslosigkeit. Frankreich wird wegen hoher Inlandsnachfrage und eines Exportbooms ein kräftiges Wachstum vorhergesagt. Auch für die britische Wirtschaft sind die Prognosen günstig, auch wenn die Umfrageteilnehmer mit einer Abschwächung des Exports rechneten. In den USA hielt das Stimmungshoch an. Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage und der private Verbrauch erhielten beinahe Bestwerte. Jedoch erwarteten die Experten eine Abschwächung der Inlandsnachfrage. Ein Problem ist für sie insbesondere der Mangel an qualifiziertem Personal. In Japan schätzten die Experten die aktuelle Lage und die Entwicklung besser ein als im Winter. Dennoch ist das Klima laut ifo-Institut "sehr unstetig". Der private Verbrauch sei immer noch kraftlos. Das größte Problem sahen die Befragten in der Arbeitslosigkeit.

Zwar blieben die Inflationserwartungen der Teilnehmer in Westeuropa, den USA, Mittel- und Osteuropa sowie in Asien moderat. Überwiegend wurde aber mit wieder stärker steigenden Preisen gerechnet. Sowohl in den USA als auch Westeuropa gingen die Experten davon aus, dass die Notenbanken die geldpolitischen Zügel weiter straffen werden. Deshalb sei von weiteren Zinserhöhungen auszugehen. Für die anhaltend hohe Preisstabilität sei vor allem die Konstanz der Lohnstückkosten verantwortlich, erklären die Wirtschaftsforscher. Zu berücksichtigen sei auch, dass es noch unausgeschöpfte Deregulierungsmöglichkeiten in der Telekommunikation, beim Strom und Gas gebe, die preisdämpfend wirkten. Allerdings eröffneten die gute Konjunktur und die hohe Kapazitätsauslastung für die Unternehmen Spielräume für höhere Preise.

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