Wirtschaft : Stinnes-Aktien jetzt billiger

HAMBURG . Die Aktien der Stinnes AG sind angesichts der zahlreichen Börsengänge in diesem Jahr bei den Privatanlegern auf wenig Interesse gestoßen. Wegen der schwachen Nachfrage hat die Stinnes-Mutter Veba daher die Zahl der Aktien für den Börsengang drastisch reduziert und den Preis gekappt. Das Unternehmen versicherte aber, es halte an seinem Plan fest, Stinnes mittelfristig ganz an die Börse zu bringen.

Statt wie geplant 49 Prozent werden nun 30 Prozent des Stinnes-Grundkapitals an den Börsen von Frankfurt und Düsseldorf plaziert. Dazu komme eine Option auf die Zuteilung weiterer 3,4 Prozent der Anteile, erklärte die Veba AG, Düsseldorf.

Der Ausgabepreis wurde auf 14,50 Euro festgelegt. Ursprünglich hatte die Veba eine Preisspanne von 15,50 bis 18,50 Euro für das Bietverfahren genannt. Damit liegt der Preis um gut ein Fünftel unter dem erhofften Höchstpreis. Aus dem Teilverkauf der Stinnes AG erwarte die Veba nun einschließlich der Zuteilungsreserve 380 Mill. Euro (743 Mill. DM) Einnahmen. Geplant waren 760 Mill. Euro oder 1,49 Mrd. DM. Die Zeichnungsfrist lief am Sonnabend ab; die Erstnotierung ist für diesen Montag vorgesehen.

"Die Transaktion wurde in einem für Börseneinführungen außergewöhnlich schwierigen Marktumfeld durchgeführt", erklärte die Veba. Die Aktien seien vor allem von institutionellen Anlegern gezeichnet worden. 60 Prozent des Emissionsvolumens gingen ins Ausland. Privatanleger, die bis zum 7. Juni gezeichnet hätten, bekämen 60 Prozent zugeteilt, spätere Zeichner nur 30 Prozent.

"Mit dieser ersten Tranche haben wir Stinnes erfolgreich an die Börse gebracht", erklärte der Veba-Chef Ulrich Hartmann. Bereits der Börsengang von Agfa hatte nicht den Erwartungen der Emittenten entsprochen. Analysten äußerten die Befürchtung, die deutschen Kapitalmärkte könnten von der Vielzahl der Börsengänge im laufenden Jahr überfordert werden.

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