Wirtschaft : Stolpe gibt mehr Geld für den Transrapid Magnetbahn wird

weiterentwickelt

Bernd Hops (mit dpa)

Berlin - Die Bundesregierung steckt zusätzliches Geld in die Entwicklung der Magnetschwebebahn Transrapid. Am Freitag unterzeichnete Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) in Berlin einen entsprechenden Vertrag mit dem Konsortium Transrapid International und den Konzernen Siemens und Thyssen-Krupp. Die Aufträge haben laut Ministerium ein Volumen von 113 Millionen Euro. Von der Industrie wird ebenfalls eine Beteiligung von etwa 100 Millionen Euro erwartet. Stolpe sagte, dies sei ein weiterer wichtiger Schritt, um den Transrapid in Deutschland zur Anwendung zu bringen. Zuletzt war das Planfeststellungsverfahren für die Strecke von der Münchner Innenstadt zum Flughafen eingeleitet worden. „Es ist Zeit, dass wir das jetzt machen“, sagte Stolpe. Auch für ausländische Kunden werde der Transrapid durch eine Weiterentwicklung der Technik attraktiver.

Seit Jahren werden zwar immer wieder neue Pläne für eine Transrapid-Verbindung in Deutschland diskutiert, bisher gibt es aber nur eine Versuchsstrecke im Emsland. Nur in China wird der Transrapid kommerziell eingesetzt – auf einer Stadtstrecke in Schanghai. Fernverbindungen, für die der Transrapid eigentlich entwickelt wurde, gibt es bislang nicht. Auch die einzige deutsche Strecke, die mittelfristig eine Chance auf Realisierung hat, ist die Münchner Stadtverbindung.

Allerdings sagte Minister Stolpe: „Die Bundesregierung steht zu ihrer Zusage, der Magnetschwebebahntechnik zu weiteren Anwendungen zu verhelfen.“ Mit den neuen Aufträgen solle zum einen die Technik für kurze Verbindungen wie in München angepasst werden. Zum anderen sei es wichtig, die Kosten für Aufbau und Betrieb einer Strecke zu senken. So könne die Attraktivität für Fernverbindungen steigen. Stolpe äußerte die Hoffnung, dass der Transrapid damit eine Chance bei dem chinesischen Projekt von Schanghai nach Hangzhou haben könnte. In den vergangenen Monaten sah es so aus, als wenn China beim Ausbau der Infrastruktur die etablierte Rad-Schiene- Technik bevorzugen werde.

Bayerns Verkehrsminister Otto Wieshau (CSU) begrüßte die Vertragsunterzeichnung durch Stolpe. „Es ist gut, dass die Bundesregierung sich zum Transrapid bekennt.“ Er lobte außerdem, dass im Rahmen des Programms ein neues Fahrzeug für die Münchner Strecke entwickelt werden solle. Allerdings müsse der Bund die Mittel für die Strecke selber rasch freigeben. Stolpe bekräftigte, dass 2007 – nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens – mit dem Bau begonnen werden könnte. Konkurrenz hat Bayern aber zuletzt von der neuen, unionsgeführten Landesregierung von Nordrhein-Westfalen bekommen. Die will auch über eine mögliche Verbindung zwischen Ruhrgebiet und den Niederlanden diskutieren.

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