Wirtschaft : Strafe für Bayer wegen Gen-Reis

Monheim/Washington - Im jahrelangen juristischen Streit um Gen-Reis hat ein US-Gericht den Chemiekonzern Bayer zu einer Strafe von 136 Millionen Dollar verurteilt. Die Jury des Gerichts in Arkansas entschied, dass die Pflanzenschutzsparte Bayer CropScience 11,8 Millionen Dollar Schadenersatz an die Reismühle Riceland Foods zahlen muss. Hinzu kommen 125 Millionen Dollar sogenannter Strafschadenersatz, der bei besonders rücksichtslosem Verhalten verhängt werden kann. Dies sei im vorliegenden Fall völlig ungerechtfertigt, sagte ein Sprecher von Bayer CropScience am Dienstag. Das Unternehmen prüfe nun seine rechtlichen Optionen.

Der verhängte Strafschadenersatz geht nach Angaben von Bayer über den Betrag hinaus, der nach dem Recht des US-Bundesstaats Arkansas zulässig ist, und werde deshalb auf eine Million Dollar reduziert. Bayer bleibe bei seiner Auffassung, dass das Unternehmen jederzeit verantwortlich und angemessen mit dem Gen-Reis umgegangen sei.

2006 waren Spuren von gentechnisch verändertem Reis in Langkornreis aus dem Süden der USA entdeckt worden. Daraufhin verhängte die EU Import-Beschränkungen, obwohl der Reis als unbedenklich eingestuft worden war. Zahlreiche Reisfarmer hatten Einbußen geltend gemacht und geklagt. Anfang Februar seien 570 Klagen gegen Bayer in den USA anhängig gewesen, sagte der Sprecher.

Auch die US-Tochter Bayer HealthCare Pharmaceuticals ist mit einer millionenschweren Klage konfrontiert. Sechs Klägerinnen werfen in einer Sammelklage dem Unternehmen systematische Benachteiligung von Frauen bei Bezahlung und Beförderungen vor, wie die Klageanwältin Katherine Kimpel mitteilte. Zudem habe der Konzern schwangere Mitarbeiterinnen und junge Mütter benachteiligt. Das Unternehmen habe eine Kultur gefördert, in der Frauen als weniger geeignet für Führungspositionen angesehen und oftmals „feindlich“ behandelt würden, erklärte Kimpel.

Die Klägerinnen wollen vor Gericht 100 Millionen Dollar (71 Millionen Euro) für sich und weitere Angestellte erstreiten. Die Klage wurde vor dem US-Distriktgericht New Jersey eingereicht. Bayer weist die Vorwürfe zurück. AFP/dpa

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