Streaming-Dienst Songza : Google will unter der Dusche mitsingen

In der Geschichte von Googles Übernahmen gibt es ein weiteres Kapitel: Songza. Der Musik-Streaming-Dienst soll für seine Nutzer stets die zur Stimmung passende Musik spielen. Über den Preis wird spekuliert.

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Google: Mit der Investition in den Streaming-Dienst Songza will der Internetkonzern im Musikgeschäft Schritt halten.Foto: dpa

Google investiert ins Musikgeschäft. Das Unternehmen gab am Dienstag den Kauf des Musik-Streaming-Dienstes Songza bekannt, der für jeden Moment die passende Musik zusammenstellen soll. Damit springt Google auf den Trend der „musical curation“ auf - der Fähigkeit, für jeden Nutzer angepasste und individuelle Playlists zu erstellen.

Songza ist genau darauf spezialisiert: Es bietet für bestimmte Uhrzeiten oder Aktivitäten wie Arbeiten, Lernen, Joggen oder Unter-der-Dusche-stehen Playlists an, die ideal zur Situation des Users passen sollen. Durch einen Deal mit einem Wetterkanal ist kann Songza seine Musikvorschläge sogar an die jeweilige Wetterlage anpassen.

Die drei Jahre alte App konkurriert mit vergleichbaren Diensten wie dem Online-Radio Pandora oder dem schwedischen Unternehmen Spotify. Diese sind Songza in Sachen Nutzerzahlen allerdings weit voraus – während Songza derzeit 5,5 Millionen aktive Nutzer zählt, sind es bei Spotify rund 24, bei Pandora sogar 77 Millionen.

Preisspekulationen

Wie viel Geld Google für das junge Unternehmen hinlegen musste, ist unklar. Während die New York Post Anfang Juni noch von rund 15 Millionen Dollar ausging, berichtete das Musikmagazin Billboard, der Preis liege deutlich darüber. Die New York Times schreibt unter Berufung  auf eine geheime Quelle, dass der Preis sogar bei mehr als 39 Millionen Dollar gelegen habe.

Der Deal ist dennoch viel kleiner als der von Googles Konkurrent Apple, der Ende Mai für rund drei Milliarden Dollar die Firma Beats kaufte – der größte Einkauf der Firmengeschichte. Neben den bekannten Kopfhörern war Apple wohl insbesondere an dem von Beats angebotenen Musik-Streaming-Dienst interessiert.

Google gab bekannt, dass es zunächst keine Veränderung von Songza plane. Sukzessiv solle Songza in die eigenen Dienste Google Play Music und Youtube eingebaut werden. Google versprach, dass der bisher nur in Nordamerika verfügbare Dienst kostenlos bleiben solle. dpa/tsp

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