Streik am Frankfurter Flughafen : Bahn statt Flugzeug: Die Rechte der Betroffenen

Am Flughafen in Frankfurt streiken die Sicherheitsmitarbeiter. Schalter bleiben geschlossen, Passagiere müssen stundenlang warten. Was Reisende tun können.

Lukas Wohner
Um "extreme Wartezeiten" zu vermeiden, sollten Reisende heute nicht zum Frankfurter Flughafen kommen.
Um "extreme Wartezeiten" zu vermeiden, sollten Reisende heute nicht zum Frankfurter Flughafen kommen.Foto: dpa

Bislang sorgte der Streik am Frankfurter Flughafen für rund 50 annullierte Flüge, eine Übersicht der gestrichenen Flüge ist hier zu finden. Doch auch alle anderen Passagiere müssen sich auf "extreme Wartezeiten" einstellen, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport sagte. Für Reisende gelte daher die "dringende Empfehlung", gar nicht erst zum Flughafen zu kommen, führte der Sprecher fort.

Dem schließt sich auch die Lufthansa an. Zunächst sollten sich die Passagiere über den Status ihres Fluges informieren und gegebenenfalls kostenlos stornieren oder umbuchen, rät die Airline auf ihrer Website. Wer heute noch reisen muss, sollte auf die Deutsche Bahn umsteigen. Elektronische Flugtickets können online oder am Check-In-Automaten in Bahntickets umgewandelt werden. Auch der Kauf eines Bahntickets am Schalter ist möglich. Der Kaufpreis des Zugtickets wird dann erstattet und mit dem Wert des ungenutzten Flugtickets verrechnet. Dafür sollten sich Reisende am besten mit dem Reisebüro in Verbindung setzen, in dem sie das Flugticket gekauft haben. Eine Erstattung, die über den Wert des Flugtickets hinausgeht, schließt die Lufthansa aus.

Schadensersatzforderung ausgeschlossen

Mit den bislang getroffenen Vorkehrungen ist das Unternehmen auf der sicheren Seite. Wie Reiserechtler Paul Degott erklärt, haben Airlines im Streikfall bestimmte Betreuungsleistungen zu erbringen. Laut der Fluggastrechteverordnung aus dem Jahr 2004 müssen sie für eine Ersatzbeförderung sorgen, in diesem Fall ist das die Deutsche Bahn. Wer am Flughafen gestrandet ist, hat in der ungewollten Überbrückungszeit darüber hinaus Anspruch auf Verpflegung bis hin zur Übernachtung. Da der aktuelle Streik um 23 Uhr enden soll, wird es dazu wohl nicht kommen.

Auf eine Ausgleichszahlung als Entschädigung können die gestrandeten Passagiere allerdings nicht hoffen. Ein Streik ist - das haben die Bundesgerichte entschieden - höhere Gewalt und den Fluggesellschaften nicht zuzurechnen. Jan Rameken, Geschäftsführer des Fluggast-Rechtsportals EU Claim, glaubt deshalb, dass die Fluggesellschaften in diesem Fall entlastet sind. Er rät Betroffenen von einer Schadensersatzforderung ab: "Zu 95 Prozent verlieren wir diese Fälle", sagt er, "Da gibt es grundsätzlich keine Aussicht auf Erfolg."

Pauschalreisende können Minderungen geltend machen

Anders gestaltet sich der Fall, wenn die Betroffenen eine Pauschalreise gebucht haben. Auch in diesem Fall könnten sie keinen Schadensersatz fordern, sagt Degott: "Durch die Verspätung können sie aber einen Anspruch auf Minderung geltend machen." So könnten sie vom Reiseveranstalter einen Prozentsatz zurückfordern, der anteilig an der Verspätung berechnet wird.

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