Wirtschaft : Streik bei LTU abgewendet

400 Piloten bekommen 2007 drei Prozent und 2008 zwei Prozent mehr Gehalt

Berlin - Die Streikgefahr bei der gerade von Air Berlin übernommenen Fluggesellschaft LTU ist gebannt. In der Nacht zum Sonnabend einigten sich die Geschäftsführung und die Tarifkommission der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit nach zweitägigen, harten Verhandlungen auf einen Kompromiss.

Die rund 400 Piloten erhalten danach rückwirkend zum 1. Januar eine Gehaltserhöhung von drei Prozent. Ab dem 1. Juli 2008 erhöhen sich dann die Bezüge des Cockpitpersonals um weitere zwei Prozent. Bis zuletzt hatte die Gewerkschaft sechs Prozent gefordert, während LTU drei Prozent angeboten hatte.

„Im Interesse unserer Passagiere sind wir bis an die Grenze des Machbaren gegangen“, sagte LTU-Geschäftsführer Jürgen Marbach. „Wir wollten unter allen Umständen vermeiden, dass bereits gebuchte Flüge durch einen Streik gefährdet würden.“ Nach einem Warnstreik am Montag hatte sich die Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten LTU-Piloten bei einer Urabstimmung für unbegrenzte Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen. „Wir haben eine Menge durchgesetzt und sind sehr zufrieden mit dem Abschluss. Das Gesamtpaket stimmt“, sagte die Verhandlungsführerin der Pilotengewerkschaft Cockpit, Ilona Ritter, am Sonnabend.

Parallel zu den Einkommensverbesserungen wurde ein bis zum 31. Dezember 2009 laufender Manteltarifvertrag abgeschlossen. Danach bekommen die Piloten nach Flugeinsätzen verlängerte Ruhezeiten und zusätzliche freie Tage.Gesondert vereinbart wurden ein Bestandsschutz für die Piloten sowie eine Kapazitätsgarantie. Danach wird der LTU auch künftig ein Fünftel der Gesamtkapazität der Air-Berlin-Gruppe mit 134 Flugzeugen zugesichert. LTU verfügt über 27 Jets. Air Berlin selbst hat 97 Maschinen einschließlich der in ihrem Auftrag durch Germania betriebenen Flugzeuge und der Boeings der 2006 übernommenen dba.

Erst vor wenigen Tagen war auch ein neuer Tarifvertrag für die 950 Angehörigen des LTU-Bodenpersonals geschlossen worden. Dabei wechseln die rund 600 Wartungsmitarbeiter, wie berichtet, in eine neu gegründete Air-Berlin-Technik-Gesellschaft. -du

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