Wirtschaft : Streik bei Lufthansa-Töchtern Cityline und Eurowings

Frankfurt am Main - Ausgefallene Flüge, Verspätungen und Umsteigen auf die Bahn: Ein Streik der Pilotenvereinigung Cockpit hat am Montag große Teile des Regionalverkehrs bei Deutschlands größter Fluggesellschaft Lufthansa lahmgelegt. Bei den Lufthansa-Töchtern Cityline und Eurowings fielen bis zum späten Abend 641 Flüge aus – das war rund ein Drittel des gesamten Angebots, teilte das Unternehmen mit.

Viele Flüge starteten mit Verspätungen. Tausende Passagiere mussten bei innerdeutschen Strecken auf die Bahn umsteigen oder umbuchen. Der bundesweite Streik führte zu den größten Behinderungen an den Flughäfen in Düsseldorf, München und Frankfurt am Main. Wie ein Sprecher der Berliner Flughäfen sagte, fielen auch in der Hauptstadt im Tagesverlauf 28 Starts und 27 Landungen von Maschinen der Cityline und Eurowings aus. Betroffen von dem Ausstand waren ausschließlich Verbindungen von und zum Flughafen Tegel.

Die meisten der rund 1000 Piloten der beiden Fluggesellschaften waren um Mitternacht in einen 24-Stunden-Streik getreten. Cockpit fordert im Tarifkonflikt mit Cityline und Eurowings für die Piloten mehr Geld. Das Flugpersonal bei den Regionaltöchtern verdient teilweise deutlich weniger als die Kollegen bei der Lufthansa. Bereits in den vergangenen Wochen hatte Cockpit mehrmals mit Warnstreiks am frühen Morgen den Regionalverkehr der Lufthansa durcheinandergebracht. Die Ausstände, die auch die Billigflugtochter Germanwings betrafen, dauerten jedoch nur einige Stunden.

Für den heutigen Dienstag rechnete Lufthansa wieder mit einem normalen Flugverkehr. „Vereinzelt kann es noch zu Verspätungen kommen“, sagte eine Sprecherin. Am Montag waren Flüge innerhalb Deutschlands und zu Zielen in Europa betroffen. Die Zahl der Passagiere ermittelte die Lufthansa nicht.

In dem festgefahrenen Tarifkonflikt hatte Cockpit ihre Mitglieder kurzfristig zum Streik aufgerufen. „Wir sind sehr überrascht über den Streik in dieser Masse“, hieß es bei der Lufthansa. „Wir haben ein Angebot vorgelegt und warten auf eine Reaktion von Cockpit.“ Dagegen teilte die Pilotenvereinigung mit, in den seit mehreren Monaten laufenden Verhandlungen hätten die Arbeitgeber „keine verhandlungsfähigen Angebote“ vorgelegt. Darauf erklärte Cockpit die Verhandlungen für gescheitert. In Urabstimmungen hätten 99 Prozent aller stimmberechtigten Mitglieder für unbefristete Streiks votiert. dpa/ddp

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