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Streik der privaten Sicherheitsleute : Frankfurter Flughafen für Passagiere weitgehend gesperrt

Der Frankfurter Flughafen wurde am Freitag weitgehend für Passagiere gesperrt. Es werden lediglich noch Fluggäste abgefertigt, die in Frankfurt umsteigen müssen. Grund ist ein Streik der privaten Sicherheitsleute.

Michel Penke
Sicherheitsmitarbeiter demonstrieren am Freitag am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen). Foto: dpa
Sicherheitsmitarbeiter demonstrieren am Freitag am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen).Foto: dpa

Der Frankfurter Flughafen ist am Freitag für Passagiere weitgehend gesperrt worden.

Wegen des Streiks der privaten Sicherheitsleute werden nur noch Fluggäste abgefertigt, die in Frankfurt umsteigen müssen, wie ein Sprecher der Bundespolizei erklärte. Der Betreiber Fraport forderte die Fluggäste auf, sich mit ihrer Fluggesellschaft für Umbuchungen in Verbindung zu setzen. Bis zum Nachmittag waren rund 60 Flüge annulliert worden.

Von 183 Kontrollspuren nur 20 besetzt

Zahlreiche Plätze in den Maschinen blieben leer, weil die vorgeschrieben Passagierkontrollen nicht stattfinden konnten. Von 183 in den beiden Terminals verfügbaren Kontrollspuren waren zeitweise nur 20 besetzt, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Aufgabe dürfen nur speziell geschulte und von der Bundespolizei überprüfte Beschäftigte vornehmen. Transitfluggäste müssen in Frankfurt erneut durch den Sicherheitscheck, wenn sie aus einem Land außerhalb des Schengenraums kommen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Sicherheitsleute zu einem nahezu ganztägigen Streik aufgerufen, um höhere Löhne durchzusetzen. 16 Euro einheitlichen Stundenlohn für alle rund 5000 Beschäftigten des Sicherheitspersonals, das ist die Forderung der Gewerkschaft. Andere Bereiche wie der Service sollen prozentual an die Lohnerhöhung angepasst werden. Derzeit steht das Angebot der Flughafengesellschaft bei 10 bis 13 Euro. Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft BDSW hatte zuletzt ein Plus von 20 Prozent in Aussicht gestellt.

Angestellte der untersten Gehaltsgruppe erhielten damit eine Lohnerhöhung auf 12, 76 Euro. Zu wenig, wie Verdi-Verhandlungsführer Mathias Venema gegenüber der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Strittig ist auch die Länge der Vertragslaufzeit. Bereits viermal haben sich die Tarifpartner getroffen, am 5. März sind neue Verhandlungen angesetzt.

Chaotische Zustände an den Sicherheitskontrollen

Derzeit sind bereits 47 Flüge gestrichen (Stand: 11:30 Uhr). Eine Übersicht der Flüge gibt es hier zu finden. Reisenden aus Frankfurt wird dringend empfohlen auf die Bahn auszuweichen und gar nicht erst zum Flughafen anzureisen, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers sagte. Vor den wenigen noch geöffneten Passagier-Kontrollen bildeten sich im Verlauf des Morgens riesige Menschentrauben. Viele Menschen sind aufgrund steigender Temperaturen wegen Kreislaufproblemen im Bahnhofsgebäude bereits kollabiert. Um die Temperaturen im Gebäude zu senken hatte der Flughafenbetreiber zuletzt die Brandrauchentlastung geöffnet. Sanitäter und Polizei sind seit Stunden im Einsatz. Kurz nach 11 Uhr wurden die anwesenden Passagiere aufgefordert zu gehen, da die letzte Kontrollschleuse nun auch geschlossen werde.

Reisende an anderen Flughäfen nicht betroffen

Reise auf anderen Flughäfen sind von dem Streik nicht betroffen. Es gäbe keine Streueffekte auf den restlichen Flugverkehr in Deutschland, sagte ein Flughafensprecher. Flugzeuge aus Frankfurt würden pünktlich abfliegen, um Anschlüsse in anderen Städten zu erreichen - notfalls auch ohne Frankfurter Passagiere. (mit dpa)

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