Wirtschaft : Streik in Metallbranche rückt näher

Ein Streik in der Metallindustrie wird immer wahrscheinlicher. Nach dem Scheitern der Verhandlungen in Baden-Württemberg gab es weder von der IG Metall noch vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall Signale, dass es doch noch eine Verhandlunslösung geben könnte. Die IG Metall will sich ihrem Vizechef Jürgen Peters zufolge zwischen Urabstimmung und Streik nicht mehr mit den Arbeitgebern an einen Tisch setzen. "Nichts kann diesen Prozess mehr aufhalten", sagte Peters der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zum Fahrplan für die nächsten Wochen. Die IG Metall will mit einem "völlig neuen Streikkonzept" in den Arbeitskampf ziehen. Anders als bei früheren Konflikten werde man nun nicht mehr einzelne Firmen auf Dauer bestreiken, sondern zwischen Zeiten von Ausstand und Arbeit wechseln.

Auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall gab sich unnachgiebig und will trotz der Streikdrohungen kein neues Angebot präsentieren. "Wir haben unsere Schmerzgrenze überschritten", sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser der "Bild"-Zeitung. Er warnte vor einem Arbeitskampf. Schon jetzt kämpften viele Betriebe um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Unterdessen kritisierte der Vize-Industriepräsident Hans-Olaf Henkel die Verhandlungsstrategie der Arbeitgeber. Die Folgen eines Streiks für die Konjunktur könnten schlimmer sein als 1995 nach dem letzten Metaller-Ausstand.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben