Streikdrohung : Keine Schlichtung bei der Lufthansa

Nach jetzigem Stand der Dinge wird es vom 13. bis zum 16. April einen Streik der Lufthansa-Piloten geben. Spekulationen, wonach eine Schlichtung für den Tarifkonflikt erwogen werde, blieben auch am Montag vage.

„Kein Kommentar“, hieß es dazu bei der Lufthansa, „Schlichtung ist für uns kein Thema“, bei der Pilotenvereinigung Cockpit. Der aktuelle Streit dreht sich vor allem um die Arbeitsbedingungen von Piloten, die bei kleineren oder ausländischen Lufthansa- Töchtern beschäftigt sind. Cockpit befürchtet, der Konzerntarifvertrag werde zerbröseln, wenn bestimmte Beschäftigtengruppen unter Tarifniveau bezahlt würden.

Bereits im Februar hatten die Piloten mit einem eintägigen Streik den innerdeutschen Lufthansa-Verkehr stark eingeschränkt. In den folgenden Wochen wurde dann wieder verhandelt - allerdings ohne Annäherung. Cockpit kündigte daraufhin weitere Streiks nach den Osterferien an, eben vom 13. bis zum 16. April. Konzernmanagement und Pilotenvereinigung verhandeln derzeit nicht, doch soll es immer wieder Kontakte geben. Ein Kompromiss in der Woche nach Ostern ist deshalb möglich.

Einen anderen Pilotenkonflikt gibt es bei der in Berlin ansässigen Fluggesellschaft Germania. Das Unternehmen mit 16 Flugzeugen und 140 Piloten kündigte zum Ende des Monats sechs Piloten fristlos und ohne Angaben von Gründen. Die sechs Cockpit-Mitglieder hatten sich zuvor für die Wahl einer Tarifkommission aufstellen lassen; erstmals sollte mit Hilfe einer solchen Kommission betriebliche Mitbestimmung bei Germania eingeführt werden. In Deutschland gilt das Betriebsverfassungsgesetz nicht „für im Flugbetrieb beschäftigte Arbeitnehmer“, deshalb wird die Mitbestimmung für Piloten per Tarifvertrag geregelt. Germania gehört den Erben von Hinrich Bischoff, der die Fluggesellschaft einst gründete und 2005 gestorben ist. alf

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