Streikdrohung : Verdi will Weihnachtsgeschäft lahmlegen

Nicht nur bei der Bahn kocht der Tarifstreit hoch: Die Gewerkschaft Verdi plant das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels bundesweit zu bestreiken. "Das kann einen richtigen Dammbruch geben", droht die stellvertretende Vorsitzende.

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Streikt der Weihnachtsmann? Die Kunden müssen sich auf einen Arbeitskampf im Einzelhandel einstellen. -Foto: ddp

BerlinIm Tarifstreit im Einzelhandel droht die Gewerkschaft Verdi erstmals auch mit Streiks im lukrativen Weihnachtsgeschäft. Das sagte Verdi-Vize Margret Mönig-Raane der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Unsere Planungen gehen bis tief in den Dezember rein. Das kann einen richtigen Dammbruch geben." Bislang hatte Verdi das Weihnachtsgeschäft wegen seiner enormen wirtschaftlichen Bedeutung für die Branche von Protestaktionen verschont.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) nahm die Ankündigung der Gewerkschaft erst einmal ungerührt hin. "Verdi hat nicht die Mittel, das Weihnachtsgeschäft lahmzulegen oder empfindlich zu stören. Den Weihnachtsmann kann man nicht bestreiken", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr dem Blatt. Der bisherige Arbeitskampf hat die Kunden kaum getroffen. Mit Aushilfen und anderen Maßnahmen konnte der Einzelhandel flexibel auf die Aktionen reagieren. So wird es auch im Weihnachtsgeschäft sein, unterstrich Pellengahr. Streiks soll mit allen Mitteln entgegengewirkt werden: "Wir lassen uns nicht erpressen."

Die Gewerkschaft will für die bundesweit 2,6 Millionen Beschäftigten je nach Bundesland Lohnerhöhungen zwischen 4,5 und 6,2 Prozent durchsetzen. Zudem will Verdi die von den Arbeitgebern angestrebte schrittweise Abschaffung der Spät- und Wochenendzuschläge verhindern. Darüber hinaus fordert Verdi in den meisten Ländern einen Mindestlohn in Höhe von 1.500 Euro. (imo/AFP)

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