Streiks : Telekom und Verdi reden wieder

Formale Verhandlungen sind es noch nicht, aber immerhin gibt es neue Hintergrundgespräche über den Konflikt um die Stellenauslagerungen im Service-Bereich der Telekom. Der Konzern gibt sich optimistisch.

BonnVertreter der Deutschen Telekom und Verdi beraten über die neuen Vorschläge des Konzerns zur Beilegung des Konflikt um den Personalumbau. "In Hintergrundgesprächen soll ausgelotet werden, was machbar ist und was nicht", sagte der Streikleiter von Verdi, Ado Wilhelm. Es sei nicht klar, ob die Gespräche in formale Verhandlungen mündeten.

Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger hat Bonuszahlungen und zusätzliche Investitionen in Qualifizierungsmaßnahmen vorgeschlagen, um die geplante Lohnkürzung von rund neun Prozent abzufedern. Sattelberger hatte sich in allen Punkten gesprächsbereit gezeigt und ein neues Angebot angekündigt, sollte sich eine Chance für eine gütliche Einigung eröffnen. Ein Sprecher des Konzerns zeigte sich zuversichtlich: "Wir sind grundsätzlich weiter optimistisch."

Handlungsdruck auf beiden Seiten

Beide Seiten stehen unter Handlungsdruck, da die Telekom die betroffenen Mitarbeiter in der kommenden Woche über die künftigen Tarifkonditionen informieren will. Sollte Verdi nicht zustimmen, will die Telekom im Alleingang rund 50.000 Beschäftigte in den neuen Bereich T-Service auslagern. Neben einer Absenkung der Gehälter plant die Gesellschaft eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 38 Stunden sowie geringere Einstiegsgehälter.

Die Proteste gegen die geplanten Einschnitte laufen auch in der vierten Woche im unverminderten Umfang weiter. Am Freitag legten bundesweit rund 14.000 Mitarbeiter die Arbeit nieder, um gegen den Umbau zu protestieren, wie Wilhelm sagte. "Am Wochenende und in der kommenden Woche wird der Arbeitskampf weitergehen." Laut Verdi ist der Betriebsablauf bei der Telekom durch die Streiks massiv gestört. Bei Neuanschlüssen etwa gebe es wochenlange Verzögerungen, sagte Wilhelm. Behinderungen gebe es zudem bei den Callcentern und dem technischen Kundendienst. (mit dpa)

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