Streiks und Germanwings-Katastrophe : Lufthansa: Dickes Gewinnplus im Horrorjahr

Niedrige Treibstoffpreise und ein besser laufendes Passagiergeschäft haben der Lufthansa für das vergangene Jahr einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Und das trotz Germanwings-Katastrophe und die Tarifstreitigkeiten mit Flugbegleitern und Personal.

Ein Flugzeug der Lufthansa. Der Konzert hat am Donnerstag Geschäftszahlen vorgelegt.
Ein Flugzeug der Lufthansa. Der Konzert hat am Donnerstag Geschäftszahlen vorgelegt.Foto: dpa

Die Lufthansa zahlt dank niedriger Spritpreise und steigender Passagierzahlen den Aktionären wieder eine Dividende. Für das Jahr 2015 werde eine Gewinnbeteiligung von 50 Cent je Titel gezahlt, teilte die Lufthansa am Donnerstag mit. Für 2014 hatte der Konzern die Ausschüttung wegen hoher Verluste gestrichen. "Wirtschaftlich war 2015 ein gutes Jahr", sagte Vorstandschef Carsten Spohr. Bei einem Umsatzplus von sieben Prozent auf 32 Milliarden Euro stieg das Betriebsergebnis (bereinigtes Ebit) um 55 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Nach Aussagen des Vorstands sollen die Geschäfte auch weiter gut laufen: In diesem Jahr werde das bereinigte Ebit den Vorjahreswert leicht übersteigen. Rückenwind erhält die größte Airline-Gruppe Europas durch die niedrigeren Ölpreise. Die Ausgaben für Flugzeugsprit dürften sich deshalb in diesem Jahr nur noch auf 4,8 Milliarden Euro summieren - 100 Millionen Euro weniger als noch zu Jahresanfang erwartet. 2015 lag die Tankrechung bei 5,8 Milliarden Euro.

Das abgelaufene Jahr war hart für die Lufthansa. Im März lenkte der Copilot eine Maschine der Tochter Germanwings in einen Berg - alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Zudem legten Flugbegleiter und Piloten wegen Tarifstreitigkeiten mehrmals die Arbeit nieder. Derzeit herrscht an den Fronten aber Ruhe: Mit den Gewerkschaften wird seit Monaten hinter verschlossenen Türen verhandelt.

Trotz der Streiks hat die Lufthansa im vergangenen Jahr so viele Passagiere befördert wie noch nie. Die Zahl der Fluggäste kletterte konzernweit um 1,6 Prozent auf 107,7 Millionen. Zur Lufthansa gehören auch die Fluglinien Swiss, Austrian Airlines und ein Teil von Brussels Airlines. Bei letzterer prüfe die Lufthansa derzeit die weiteren Optionen, sagte Finanzchefin Simone Menne. Die Entscheidung solle bis Mitte des Sommers fallen. (rtr)

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