Streiks : Wenn das Flugzeug nicht fliegt

Die Fluggäste der Lufthansa müssen sich auf erhebliche Behinderungen durch Streiks der Flugbegleiter einrichten. Wir sagen Ihnen, was Kunden wissen müssen.

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Am Boden. Nicht alle Flüge werden am Freitag starten.
Am Boden. Nicht alle Flüge werden am Freitag starten.Foto: Reuters

Lufthansa-Kunden sollten in diesen Tagen stets ein Laptop in ihrer Nähe haben. Denn wenn Ufo, die Gewerkschaft der Flugbegleiter, Streiks ankündigt, sollte man am Morgen als Erstes ins Internet gehen. Denn vielleicht kann man sich dann die Fahrt zum Flughafen sparen. Obwohl die Lufthansa verspricht, möglichst viele Verbindungen aufrechtzuerhalten, sollten die Fluggäste flexibel bleiben. „Der Lufthansa wird es wohl kaum gelingen, rechtzeitig auf die Flugausfälle zu reagieren und alle Passagiere auf andere Flüge umzubuchen“, fürchtet Philipp Kadelbach vom Internetportal Flightright.de. Notfalls müsse die Airline dann aber für eine Ersatzbeförderung sorgen – egal ob mit dem Zug oder einer anderen Fluggesellschaft. Wer auf die Bahn umsteigen will, kann sich den nötigen Reisecoupon am Check-in-Automaten oder im Internet besorgen.

Diejenigen, die lieber auf den nächsten Flieger warten möchten, haben Anspruch darauf, während der Wartezeit versorgt zu werden. Ab einer Verspätung von mehr als zwei Stunden muss die Airline Erfrischungen ausschenken. Außerdem haben Passagiere ein Anrecht auf zwei kostenlose Telefonate, Faxe oder E-Mails. Fällt der Flug gänzlich aus, können Passagiere ihr Ticket aber auch stornieren. Den Flugpreis erhalten sie dann vollständig zurück.

Weitergehende Entschädigungen sind jedoch nicht drin. „Der Bundesgerichtshof hat erst kürzlich entschieden, dass Flugreisenden keine zusätzliche Entschädigung zusteht, wenn ihr Flug aufgrund eines Streiks ausgefallen oder verspätet gestartet ist“, erklärt Rechtsexperte Philipp Kadelbach. Ein Streik ist nach Meinung der BGH-Richter nämlich ein unabwendbares Ereignis, das nicht zu beeinflussen ist.

Die Flugbegleiter streiken aus mehreren Gründen. Sie wollen ein Einkommensplus von fünf Prozent sowie höhere Gewinnbeteiligungen. Doch das ist nicht alles. Ufo geht es auch um die Zukunft der Lufthansa. Das Management will eine Billigeinheit für Direktflüge mit zunächst rund 90 Flugzeugen und 2000 Beschäftigten gründen, für die deutlich niedrigere Tarife gelten sollen. Weil Ufo das nicht mitträgt, hat die Lufthansa Leiharbeiter eingesetzt. Heike Jahberg

Die Lufthansa informiert unter www.lufthansa.com und telefonisch unter 0800/8506070 über die betroffenen Flüge. Passagiere können sich auf Wunsch auch eine E-Mail oder SMS schicken lassen.

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