Wirtschaft : Streit bei jeder sechsten Erbschaft Oft haben Hinterbliebene mehr Geld erwartet

Berlin - Bei rund jeder sechsten Erbschaft in Deutschland kommt es zu Streitigkeiten. Während sich in Ostdeutschland aber nur zwölf Prozent der Hinterbliebenen um das Erbe stritten, sei das im Westen bei 19 Prozent aller Erbschaften der Fall, ergab eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte repräsentative Studie der Postbank. Insgesamt habe jeder dritte Deutsche ab 16 Jahren schon einmal Geld geerbt.

73 Prozent der Auseinandersetzungen ums Erbe rührten daher, dass sich einige Hinterbliebene „benachteiligt fühlten“, teilte die Postbank mit. Ein fehlendes Testament sei in 47 Prozent der Fälle die Ursache für den Zwist. Noch häufiger als wegen eines fehlenden Testaments zankten sich die Hinterbliebenen jedoch ums Erbe, weil sie auch schon vorher zerstritten waren (57 Prozent) oder weil sie eine Erbengemeinschaft eingehen mussten (52 Prozent). In 16 Prozent der Fälle komme es zu Auseinandersetzungen, weil die Hinterlassenschaft kleiner ausfalle als zuvor erwartet.

Künftig könnte es der Untersuchung zufolge noch häufiger zu Streit unter Hinterbliebenen kommen. 26 Prozent derer, die für die Zukunft ein Erbe erwarten, rechnen den Angaben zufolge damit, dass es beim Erhalt der Erbschaft Auseinandersetzungen geben wird. AFP

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