Streit im Luftfrachtkartell : Bahn rechnet sich Chancen auf Schadenersatz von der Lufthansa aus

Die Bahn fordert von zahlreichen Fluggesellschaften gut zwei Milliarden Euro Schadenersatz wegen eines früheren Luftfrachtkartells. Nun gibt es offenbar erste Vergleiche - und die Hoffnung, dass auch die Lufthansa knapp 300 Millionen Euro zahlen wird.

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Aufräumen. Die Bahn kämpft insgesamt um drei Milliarden Euro Schadenersatz für Kartellschäden.
Aufräumen. Die Bahn kämpft insgesamt um drei Milliarden Euro Schadenersatz für Kartellschäden.Foto: Federico Gambarini/dpa

Die Deutsche Bahn hat US-Klagen gegen einige kleinere Fluggesellschaften wegen eines früheren Frachtkartells zurückgezogen und rechnet sich nun größere Chancen aus, auch von der Lufthansa Schadenersatz in Millionenhöhe zu bekommen. "Käme es zu ersten Vergleichen, hätte dies sicher Signalwirkung auch für die anderen Fälle", sagte Bahn-Vorstandsmitglied Gerd Becht dem Tagesspiegel. "Dann würden die Verteidigungschancen der großen Airlines schwinden."

Mit welchen Airlines die Bahn vor einem Vergleich steht, sagte Becht nicht. Bei außergerichtlichen Verhandlungen halte man sich an die Vertraulichkeit. "Das einzige, was wir bestätigen können, ist, dass wir Klagen gegen einzelne Airlines in den USA zurückgenommen haben", sagte der für Compliance, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit zuständige Vorstand.

Von der Lufthansa fordert der Schienenkonzern knapp 300 Millionen Euro wegen Preisabsprachen bei der Luftfracht , die bereits vor rund sieben Jahren aufgeflogen waren. Insgesamt summieren sich die Schadenersatzforderungen der Bahn gegen zahlreiche Airlines auf mehr als zwei Milliarden Euro. Die Bahn spreche mit allen am Kartell Beteiligten, "in unterschiedlicher Intensität", sagte Becht. "Die Großen – also etwa Lufthansa, Air France KLM, British Airways – mauern noch. Andere, meist kleinere Airlines, bewegen sich."

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