Streit mit Taxi-Gewerbe : Kartellamt steht an der Seite von Uber

Mehr Wettbewerb könne dem Taxigewerbe nicht schaden, meint Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Damit nimmt er Uber aus der Schusslinie - auch wenn das derzeitige Verhalten des US-Unternehmens nicht korrekt sei.

Konkurrenz nicht nur für die Berliner Taxifahrer. In mehr als 200 Städten ist das US-Unternehmen Uber inzwischen nach eigenen Angaben aktiv.
Konkurrenz nicht nur für die Berliner Taxifahrer. In mehr als 200 Städten ist das US-Unternehmen Uber inzwischen nach eigenen...Foto: dpa

Deutschlands oberster Wettbewerbshüter sieht einen positiven Einfluss des heftig umstrittenen Fahrdienstes Uber auf die Taxi-Branche. „Uber hat Bewegung in den Markt gebracht. Mehr Wettbewerb kann dem Taxigeschäft nicht schaden“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der „Rheinischen Post“. Zugleich schränkte er ein, Uber profitiere davon, nicht den strengen Regularien des Taxi-Gewerbes ausgesetzt zu sein. „Diese Schieflage ist kein Zukunftsmodell, das sind unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen.“

Mundt sieht eine Lösung darin, die Regeln für die Taxi-Branche zu lockern: „Der Impuls, der von Uber ausgeht, sollte aber genutzt werden, um eine liberalere Ausgestaltung der bisherigen Regulierung zu diskutieren und sich auf diesem Wege einander anzunähern.“

Mundt: Ortskenntnisse sind nicht mehr so wichtig

Den Taxi-Betrieben ist vor allem das App-Angebot UberPop ein Dorn im Auge, bei dem Fahrten mit privaten Fahrern angeboten werden. Taxi-Unternehmer und Behörden gingen in mehreren Städten gegen Uber vor, weil sie den Wettbewerb verzerrt sehen. Sie kritisieren unter anderem, Wagen und Fahrer würden nicht gemäß den Vorschriften für Personenbeförderung geprüft. Uber hält dagegen, es gehe um eine Art Mitfahrzentrale, für die es Ausnahmeregelungen gebe.

Für Mundt könnte die lockerere Regulierung zum Beispiel bei den Ortskenntnissen der Taxifahrer ansetzen. „Navigationssysteme sind ein gutes Beispiel dafür, dass auch technische Weiterentwicklungen Deregulierungen nahelegen können“, sagte der Kartellamtschef. Zugleich müssten dennoch Ortskenntnisse vorhanden sein: „Sonst merkt der Fahrer auch nicht, wenn ihn das Navi auf Umwege beispielsweise über Autobahnen leitet.“

Uber bewegte sich vergangenen Montag einen Schritt auf das deutsche Taxi-Gewerbe zu: Die US-Firma führt auch in Deutschland ihre Plattform UberTaxi ein, über die Taxi-Firmen ihre Dienste anbieten können. Damit tritt Uber in Konkurrenz zu Taxiruf-Zentralen und Apps wie MyTaxi. Die Plattform wurde zunächst in Berlin und Hamburg eingeführt und soll später auch in weiteren Städten verfügbar sein. dpa

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