• Streit um Arbeitszeit belastet Auftakt der Metalltarifrunde Arbeitgeber wollen Zeitkorridor Verhandlungen auf Januar vertagt

Wirtschaft : Streit um Arbeitszeit belastet Auftakt der Metalltarifrunde Arbeitgeber wollen Zeitkorridor Verhandlungen auf Januar vertagt

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(dpa). Die Tarifrunde 2004 für die 3,5 Millionen Beschäftigten der Metall und Elektroindustrie ist am Montag ohne Annäherung der Standpunkte gestartet. Nach nur kurzen Auftaktgesprächen vertagten sich die Tarifparteien in den Bezirken Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Osnabrück/Emsland und Berlin/Brandenburg ohne Ergebnis auf Anfang des kommenden Jahres. Dasselbe gilt für die Gespräche in der so genannten Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland). In diesen fünf Bezirken gibt es rund zwei Millionen Metaller. Die IG Metall fordert vier Prozent mehr Lohn und Gehalt, was die Arbeitgeber ablehnen. Sie wollen zudem keine reine Lohnrunde führen, sondern über eine Verlängerung der Arbeitszeit auch ohne Lohnausgleich reden. Dies lehnt wiederum die IG Metall ab. Die aktuellen Tarifverträge laufen Ende Dezember aus. Die Friedenspflicht endet am 28. Januar 2004.

In Nordrhein-Westfalen bestanden die Arbeitgeber auf der Einführung eines betrieblichen Arbeitszeit-Korridors von 35 bis 40 Stunden. Eine entsprechende Öffnungsklausel für freiwillige Betriebsvereinbarungen sei ein zentrales Anliegen, sagte Arbeitgeber-Präsident Michael Jäger. Je nachdem, wie es dem Betrieb gehe, solle Mehrarbeit auch ohne Lohnausgleich möglich sein. Die IG Metall befürchtet bis zu 45000 Entlassungen in den NRW-Metallbetrieben, wenn die Arbeitszeit verlängert würde. „Die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche würde den Arbeitsmarkt zubetonieren“, sagte IG-Metall Bezirksleiter Peter Gasse.

Zu den Verhandlungen für die knapp 800000 Beschäftigten der baden-württembergischen Metallindustrie betonte Südwestmetallchef Otmar Zwiebelhofer in Böblingen: „Der Aufschwung ist in unseren Auftragsbüchern noch nicht angekommen – jeder zweite Betrieb ist existenzbedroht.“ Bei einem Abschluss dürfe der mittelfristige Verteilungsspielraum von 1,4 Prozent nicht voll ausgeschöpft werden. Der neue IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hoffmann meinte dagegen, der Verteilungsspielraum könne ausgeschöpft werden, ohne die Unternehmen zu überlasten. Die Gespräche werden am 8. Januar fortgesetzt. Die Verhandlungen für die rund 37000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg wurden auf den 14. Januar vertagt.

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