Wirtschaft : Streit um Ausgaben für Arzneimittel

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Berlin Im Streit um steigende Arzneimittelausgaben der Krankenversicherungen sind die Pharmakonzerne ins Zentrum der Kritik gerückt. „Die Pharma-Industrie muss sich schon überlegen, ob es ihrem Image förderlich ist, nur auf die kurzfristige Gewinnmaximierung zu schielen“, sagte der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, am Wochenende. Ginge die Entwicklung ungebremst weiter, müssten im Endeffekt die „Spitzendividenden der Unternehmen über höhere Krankenkassenbeiträge finanziert“ werden, sagte Klusen. „Hinterher werden dann die gestiegenen Lohnzusatzkosten beklagt.“ Die Unternehmen wiesen die Vorwürfe zurück und forderten einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Medikamente. Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, warnte erneut vor einer Kostenexplosion.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Sachverständigenrates, Bert Rürup, hat die Gesundheitsreform nicht zum erwünschten Erfolg geführt. „Die Beitragserwartung, die an dieses Gesetz geknüpft worden ist, hat sich nicht erfüllt – auch wenn es wahrlich kein schlechtes Gesetz war“, sagte Rürup. Eine nächste Bundesregierung müsse sehr schnell weitere Reformen einleiten.dpa/ddp

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