Wirtschaft : Streit um das Inkasso gefährdet Geschäft der privaten Anbieter

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Private Telefongesellschaften, die Ferngespräche vermitteln, ohne dass sich der Kunde zuvor bei der Gesellschaft angemeldet haben muss (Call-by-Call-Verfahren), könnten im kommenden Jahr bis zur Hälfte ihrer Kunden verlieren. Das ergab eine Umfrage des Berliner Forsa-Instituts für die Fachzeitschrift "Connect". Zur Zeit verhandelt die Telekom mit den Wettbewerbern, weil sie in Zukunft deren Forderungen nicht mehr über die monatliche Telekom-Rechnung einziehen will. Wie die Umfrage ergab, würden dann 38 Prozent der heutigen Nutzer auf Call-by-Call verzichten, elf Prozent sind noch unentschieden. Denn die jeweiligen Telefongesellschaften müssten dann eine Anmeldung verlangen, um später eine separate Rechnung schicken zu können. Das erscheint den Kunden offenbar zu aufwendig. Vor allem für ältere Menschen wäre die umständliche Abrechnung ein Grund, Call-by-Call nicht mehr zu nutzen, ergab die Forsa-Umfrage. Die Telekom will höhere Provisionen für das Inkasso durchsetzen, die von den Konkurrenten strikt abgelehnt werden. Daher droht der Ex-Monopolist damit, ganz aus dem Inkasso auszusteigen, was dann zu erheblichen Umsatzverlusten bei den Call-by-Call-Anbietern führen könnte. Zur Zeit verhandelt die Telekom noch mit den Wettbewerbern. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat jedoch schon mehrfach darauf hingewiesen, dass der Kunde einen Anspruch darauf hat, dass alle seine Telefonate auf einer Rechnung erscheinen, wenn er das wünscht. Das offene Call-by-Call hat bisher wesentlich zur Belebung des Wettbewerbs beigetragen, weil es einfach zu nutzen ist und keine Verträge nötig sind.

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