Streit um Einheitslohn : Lokführer kündigen Streikpause bis 1. Mai an

„ZEIT ZUR BESINNUNG“

Bei den Privatbahnen wird es bis zum 1. Mai keine weiteren Streiks der Lokführer geben. Das kündigte die Gewerkschaft GDL nach ihrem bislang längsten Ausstand an, der von Montagnachmittag bis Donnerstagmorgen dauerte. „Wir geben den Arbeitgebern Zeit zur Besinnung“, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. Sie seien nun am Zug. Man habe den rund 20 Unternehmen die Tarifverträge zukommen lassen, die die GDL mit dem Marktführer Deutsche Bahn kürzlich geschlossen hat. Für die 6000 Privatbahner sollen die gleichen Bedingungen gelten wie für die 20 000 Lokführer des Staatskonzerns, fordert die Gewerkschaft – bei Einkommen,

Arbeitszeit und Zulagen. Allerdings ist die GDL dazu bereit, schrittweise auf das Bahn-Niveau zu gelangen – man wolle die Bedürfnisse des jeweiligen Betriebs berücksichtigen, heißt es. Die Arbeitgeber lehnen das ab, weil sie um ihre Wettbewerbsposition im Nahverkehr fürchten. Sie verweisen darauf, dass zuletzt die Deutsche Bahn den größten Teil der von Ländern und Verbänden neu ausgeschriebenen Zugaufträge gewinnen konnte. „Wenn wir das unterschreiben, können wir morgen Dachfenster verkaufen“, heißt es dazu in deren Lager.

VOR DER ESKALATION

Bewegt sich keine der beiden Seiten in der anstehenden Woche, sind weitere Streiks wahrscheinlich. Sie dürften noch heftiger ausfallen, womöglich wird die GDL sogar dazu aufrufen, unbefristet die Arbeit niederzulegen. Bei den vergangenen Streiks waren laut GDL rund zwei von drei Zügen ausgefallen. brö

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