Wirtschaft : Streit um Gasverträge vor dem Ende Importeure verhandeln mit Kartellamt

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Düsseldorf Die Verhandlungen zwischen Bundeskartellamt und den Gasimporteuren über die Laufzeiten von Lieferverträgen mit Stadtwerken stehen offenbar vor dem Durchbruch. „Es geht noch um Details, eine Lösung ist greifbar“, hieß es gestern aus Branchenkreisen. Beide Seiten seien auf einander zugegangen.

Kartellamtschef Ulf Böge streitet seit Jahren mit den großen Ferngasgesellschaften wie Eon Ruhrgas, RWE Energy, Wingas oder Verbundnetz Gas über Lieferverträge, mit denen sie Kommunalversorger zum Teil über 15 Jahre lang an sich binden. Er sieht darin eine Marktverschließung, mit der neue Wettbewerber aus dem Markt gehalten werden. Böge will nur noch Laufzeiten von vier Jahren zulassen, wenn die Unternehmen mehr als 50 Prozent des Gasbedarfs des Kunden decken. Bei einem Liefervolumen von über 80 Prozent dürfen die Verträge höchstens zwei Jahre lang laufen.

Der Marktführer Eon Ruhrgas sei nach anfänglichem Widerstand bereit, die Richtlinien für neue Verträge zu akzeptieren, wenn im Gegenzug bestehende Verträge nicht angetastet würden, hieß es in den Branchenkreisen. Die Verhandlungen seien aber komplex, weil das Amt mit den betroffenen 15 Ferngasgesellschaften bilateral verhandle und die Positionen der Firmen nicht einheitlich sind. Ob es zu einer Einigung kommt, hängt offenbar entscheidend von der BASF-Tochter Wingas ab. Das Unternehmen hatte sich im Gegensatz zu Eon Ruhrgas schon frühzeitig für die Neuregelung ausgesprochen und verspricht sich zusätzliche Marktanteile, wenn die Regeln strikt ausfallen.

Offiziell hielten sich die Unternehmen gestern bedeckt. Man sei noch im Gespräch, hieß es übereinstimmend bei Eon Ruhrgas, Wingas und der VNG. Auch das Bundeskartellamt lehnte eine Stellungnahme ab. Mittwochnacht war ein Ultimatum des Bundeskartellamts abgelaufen. Bis dahin sollten die Unternehmen ihre Bereitschaft zu einem Kompromiss erklären.juf/HB

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