Wirtschaft : Streit um Herties Zukunft

London - Die Zukunft der insolventen Warenhauskette Hertie ist unklarer denn je: Während der Hertie-Besitzer MABV die Rettungsgespräche am Freitag für gescheitert erklärte, zeigte sich der vorläufige Insolvenzverwalter zuversichtlich, einen neuen Investor zu finden. Gleichzeitig warfen sich beide Seiten vor, den Fortbestand des Unternehmens mit seinen 3000 Mitarbeitern im Streit um die Höhe der Immobilien-Mieten zu gefährden. Bei den Verhandlungen geht es um 58 Immobilien, die die niederländische Mercatoria Acquisitions BV (MABV) besitzt und an Hertie verpachtet. Die Pachtverträge für die Häuser hatte MABV am 19. Januar gekündigt, weil Hertie seit Insolvenz-Anmeldung im Juli 2008 keine Mieten gezahlt hat. Das Insolvenzverfahren wurde seither nicht eröffnet.

MABV griff den vorläufigen Insolvenzverwalter scharf an. Ihm sei es nicht gelungen, einen Investor für Hertie zu finden. „Daher haben die Eigentümergesellschaften nunmehr festzustellen, dass keine Basis für konkrete Vertragsabschlüsse besteht“, erklärte MABV. Bähr befindet sich nach eigenen Angaben im Gespräch mit mehreren möglichen Investoren. „Wenn es gelingt, die Mieten für die Warenhäuser auf ein marktübliches Niveau zu senken, bin ich mir sicher, dass einer der Interessenten auch anbeißt“, sagte er. Falls die Senkung der Mieten nicht gelinge, sei der Fortbestand des Unternehmens weiter in Gefahr. Bis Anfang März rechne er mit einer Entscheidung. dpa

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