Wirtschaft : Streit um Hormonfleisch aus den USA verschärft sich

WASHINGTON (AFP).Die USA wollen verschiedene EU-Produkte von Mitte Juli an mit Strafzöllen im Umfang von 202 Mill.Dollar (370 Mill.DM) jährlich belegen, um gegen das EU-Einfuhrverbot für hormonbehandeltes US-Rindfleisch zu protestieren.Einen entsprechenden Antrag werde ihr Land bei der Welthandelsorganisation (WTO) einreichen, kündigte die US-Handelsbeauftragte Charlene Barshefsky am Freitag in Washington an.Die EU hatte in dem seit Jahren schwelenden Handelskonflikt zuvor eine wichtige Frist verstreichen lassen: Die WTO hatte Brüssel aufgefordert, das seit fast elf Jahren geltende Importverbot für US-Hormonfleisch bis zum 13.Mai aufzuheben oder aber Belege für eine Gesundheitsgefährdung durch Mast-Hormone vorzulegen.

"Die Europäische Union hat es erneut versäumt, sich den Entscheidungen des WTO-Schiedsgerichtes zu beugen, wie sie es bereits im Bananenstreit tat", monierte Barshefsky.Die hundertprozentigen Strafzölle, die Einbußen der US-Fleischexporteure kompensieren sollen, habe ihr Land nun als "letzte Option" gewählt.Die endgültige Liste der betroffenen EU-Güter dürfte nach Genehmigung durch die WTO zum 12.Juli vorliegen, danach könnten die Strafzölle wie bereits im Bananenstreit zwischen den USA und der EU greifen.Auf einer im März vorgestellten vorläufigen Liste, die noch weit höhere Forderungen enthielt, standen Roquefort-Käse, Trüffel, Leberpastete und Mineralwasser.Auch Kanada, dessen Fleischwirtschaft gleichermaßen vom EU-Bann betroffen ist, arbeitet derzeit an einer Sanktionsliste.Die WTO hatte das EU-Einfuhrverbot für Hormonfleisch Anfang 1998 verworfen und Brüssel 15 Monate Zeit für eine wissenschaftliche Untermauerung oder Aufhebung des Embargos gegeben.Die EU gab seither 17 Studien in Auftrag, die allerdings nicht rechtzeitig fertig wurden.Bislang liegen nur Zwischenergebnisse vor.

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