Wirtschaft : Streit um Hormonfleisch aus USA wird schärfer

BRÜSSEL (AFP).Die USA haben ein neues Gutachten der Europäischen Union (EU) über Gesundheitsgefahren durch hormonbehandeltes Rindfleisch als "Täuschung" zurückgewiesen.Statt die Forderungen der Welthandelsorganisation (WTO) nach einer Aufhebung des betreffenden EU-Einfuhrverbots zu erfüllen, versuche Brüssel mit einen weiteren Bericht auf Zeit zu spielen, erklärte die US-Handelsbeauftragte Charlene Barshefsky in einer am Dienstag in Brüssel verbreiteten Erklärung.Das EU-Gutachten wiederhole längst bekannte Argumente und könne eine Gefahr durch Hormonrückstände im Fleisch nicht beweisen.Barshefsky reagierte damit auf ein am Montag von der EU veröffentlichtes Expertenpapier, das zumindest bei einem in der Rindermast verwendeten Hormontyp eine Gesundheitsgefährdung nicht ausschließt.

Die verbraucherpolitische Sprecherin der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, Dagmar Roth-Behrendt, warnte vor einer Verharmlosung der Risiken durch hormonbehandeltes Rindfleisch."Wir müssen aus der BSE-Krise endlich unsere Lehren ziehen", erklärte sie in Straßburg."Wir können nicht wieder nach dem Motto verfahren Augen zu und durch, sondern wir müssen das Risiko ernst nehmen."

Auch der Deutsche Bauernverband sprach sich für eine Beibehaltung der bestehenden Einfuhrbeschränkungen für US-Fleisch aus.Verbandspräsident Gerd Sonnleitner verwies im Saarländischen Rundfunk auf das EU-Gutachten, wonach Krebserkrankungen durch Hormonrückstände im Fleisch nicht auszuschließen sind.Eine Rücknahme des Einfuhrverbots sei deshalb unverantwortlich.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben