Wirtschaft : Streit um Neuordnung von Airbus

Unstimmigkeiten drohen die Entwicklung des "Super-Airbus" A3XX zu verzögern

LE BOURGET (rtr).Die Mitglieder des europäischen Flugzeug-Konsortiums Airbus streiten weiter um die Bildung einer gemeinsamen Kapitalgesellschaft.Auf der Luftfahrtmesse im französischen Le Bourget erklärte der Airbus-Partner British Aerospace am Wochenende, wenn die Teilfirmen nicht bald verschmolzen würden, sei die Entwicklung eines "Superjumbo"-Jets mit 500 Sitzplätzen in Gefahr.Auch der Chef des deutschen Partners Dasa, Manfred Bischoff, bezeichnete die Bildung einer Kapitalgesellschaft als unausweichlich.Frankreichs Aerospatiale will dagegen eine Holding ohne eigene Produktionsanlagen bilden. Das Großflugzeug-Projekt A-3XX sei ohne die geplante Umgestaltung des Herstellerverbundes nicht denkbar, sagte Chris Geogheghan, der Chef der Airbus-Sparte beim Luftfahrtkonzern British Aerospace (BAe).Die erforderlichen Investitionen könnten nicht ohne eine grundlegende Änderung der Unternehmensstruktur gemacht werden.In der vergangenen Woche hatte dagegen Aerospatiale-Chef Yves Michot erklärt, die Partner hätten lediglich eine Holdingstruktur ohne gemeinsames Eigentum an Fabriken und Planungsbüros vereinbart. Manfred Bischoff, Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz Aerospace (Dasa), sagte, die Umwandlung des Konsortiums in eine Kapitalgesellschaft werde unausweichlich stattfinden.Dabei gebe es wegen der unterschiedliche Ausgangspositionen noch Diskussionsbedarf.Das gemeinsame Ziel, das die vier Partnerfirmen zu Jahresbeginn in einer Absichtserklärung festgelegt hätten, werde dadurch aber nicht beeinträchtigt.Dasa-Sprecher Andreas Breitsprecher sagte, auf dem Weg vom lockeren Herstellerverbund zum integrierten Unternehmen seien Übergangsstufen möglich. Über die Umgestaltung des Konsortiums, die bis 1999 beendet sein soll, wollen am Montag am Rande der Messe auch die Fachminister der vier beteiligten Länder sprechen.Dasa und Aerospatiale halten je 37,9 Prozent an Airbus, BAe hat 20 Prozent der Anteile und die spanische Casa ist mit 4,2 Prozent beteiligt. Am Rand der Luftfahrtmesse kündigte Dasa-Chef Bischoff ferner an, daß sein Unternehmen ein Kaufangebot für die zum Verkauf stehende Rüstungselektronik-Sparte von Siemens abgegeben habe.Über die Höhe des Angebots wollte er keine Angaben machen.Airbus-Industries verkündete die Entwicklung zweier neuer Airbus-Versionen des vierstrahligen Passagierflugzeuges A340 mit größerer Reichweite und mehr Sitzen.

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