Streit um Tarifverträge : Amazon droht Arbeitskampf

Der Tarifstreit bei Amazon verschärft sich. An diesem Montag will die Gewerkschaft Verdi nun zur einer Urabstimmung aufrufen, um sich der Streikbereitschaft der Amazon-Mitarbeiter rückzuversichern. Anfang Mai wird mit einem ersten Ergebnis gerechnet.

Schon am 09. April diesen Jahres gab es einen Warnstreik vor dem Logistik-Zentrum von Amazon in Bad Hersfeld.
Schon am 09. April diesen Jahres gab es einen Warnstreik vor dem Logistik-Zentrum von Amazon in Bad Hersfeld.Foto: dpa

Am größten Amazon-Standort in Deutschland, in Bad Hersfeld, hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter von diesem Montag an zur Urabstimmung aufgerufen. Im Streit um die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel durch das Unternehmen wolle Verdi sich bei seinen Mitgliedern rückversichern, „ob die Streikbereitschaft vorhanden ist“, erklärte der zuständige Verdi-Landesfachbereichsleiter Bernhard Schiederig am Sonntag.

Nachdem die Geschäftsführung von Amazon Anfang April in einem Gespräch mit der Verdi-Tarifkommission ihre ablehnende Haltung bekräftigt habe, stünden nun die Zeichen auf Arbeitskampf. „Die harte Arbeit im Lager muss besser entlohnt werden“, forderte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. „Mit Tarif wäre der monatliche Verdienst für die größte Beschäftigungsgruppe der Kommissionierer und Packer 120 Euro höher.“

Die Dienstleistungsgewerkschaft will für die rund 3300 Beschäftigten von Amazon in Bad Hersfeld eine höhere Bezahlung erreichen, die dem Branchentarifvertrag des Einzel- und Versandhandels entspricht. Bisher gibt es an den deutschen Amazon-Standorten keine Tarifbindung. Amazon orientiert sich an der Bezahlung in der Logistikbranche.

Die Urabstimmung beginnt an diesem Montag und soll eine Woche dauern. Mit einem Ergebnis sei voraussichtlich in der ersten Maiwoche zu rechnen, teilte Verdi weiter mit. Im Leipziger Logistikzentrum haben sich bereits 97 Prozent der Verdi-Mitglieder für Streiks ausgesprochen. Das Unternehmen war zuletzt wegen schlechter Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen geraten. Amazon hatte zugesichert, dass ein Ausstand in Bad Hersfeld für die Kunden möglichst ohne Auswirkungen bleiben solle.

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