Wirtschaft : Streit um VW kommt vor Gericht Wulff und Wiedeking ringen um Einfluss

Berlin - Porsche und das Land Niedersachsen stehen im Konflikt über den künftigen Einfluss beim Autokonzern VW vor einem langen Gerichtsstreit. Einen Durchbruch bei der Frage, ob das Land, das 20 Prozent der VW-Aktien hält, auch künftig von seiner Sperrminorität Gebrauch machen darf, gab es auch auf der Hauptversammlung von Volkswagen am Donnerstag in Hamburg nicht. Ein Antrag Porsches, die starke Stellung des Landes zu kippen, fand bei den Aktionären keine Mehrheit. Auch der Antrag Niedersachsens, es bei der geltenden Lage zu belassen, wurde nicht angenommen. Niedersachsen will weiter bei VW mitentscheiden, weil der Konzern der mit Abstand wichtigste private Arbeitgeber im Land ist. Ministerpräsident Christian Wulff sagte, es werde nun zu einer juristischen Klärung kommen müssen.

Hintergrund ist das Bestreben Porsches, durch eine Satzungsänderung im Unternehmen die Sperrminorität bei VW auf 25 Prozent anzuheben. Damit könnte Niedersachsen keine wichtigen Entscheidungen mehr blockieren. Porsche hält derzeit 31 Prozent an dem Unternehmen und will im Herbst die Mehrheit übernehmen. „Sechs Monate sind dafür ein realistischer Rahmen. Wenn es früher wird, hätten wir aber auch nichts dagegen“, sagte ein Porsche-Sprecher.

Ebenso wenig zeichnet sich eine Entspannung in der Auseinandersetzung zwischen Porsche und dem VW-Betriebsrat ab. Ein Treffen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und VW-Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh vor der Hauptversammlung blieb ohne Ergebnis. „Wiedeking hat nichts geboten“, sagte Osterloh dem „Handelsblatt“. In dem Streit geht es um die Mitbestimmungsrechte in der neuen Porsche-Holding, deren Teil VW in Zukunft sein soll. Osterloh befürchtet eine Beeinträchtigung der Mitbestimmungsrechte der VW-Arbeitnehmer. Mehrere hundert VW-Mitarbeiter demonstrierten vor der Hauptversammlung. Osterloh sagte dabei, Wiedeking wolle mit der „Arroganz eines Alleinherrschers“ schalten und walten. Dies berge enorme Risiken für VW und die Beschäftigten. „Schlechter kann man eine Übernahme nicht gestalten.“ mot

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