Wirtschaft : Streitpunkt demographischer Faktor

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Die Jungen zahlen für die Alten. Dieser einfache Grundsatz, auf dem das deutsche Rentensytem beruht, lässt sich in der alternden Industriegesellschaft nicht aufrechterhalten. Denn dank besserer medizinischer Versorgung, Ernährung und Arbeitsplätze werden die Menschen älter. So werden 2050 knapp 28 Millionen Menschen in Deutschland über 60 Jahre alt sein - zehn Millionen mehr, als heute. Hinzu kommen noch drei mal mehr Menschen über 80. Das gute Leben bringt die Deutschen jedoch nicht dazu, sich zu vermehren. So wird die Geburtenrate beständig sinken.

Die frühere Bundesregierung und ihr Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) hatte daher beschlossen, einen demographischen Faktor in die Rentenberechnung einzufügen. Der hätte die jährliche Rentenanpassung an die Nettolöhne um einen jedes Jahr bestimmten Prozentsatz geschmälert. Damit wollte die konservative Regierung verhindern, dass die Renten unter 64 Prozent des Durchschnittseinkommens des Rentners zu Erwerbszeiten sinkt.

Erstmals sollte die Rentenanpassung 1999 um 0,5 Prozent verringert werden. Arbeitsminister Walter Riester (SPD) setzte den demographischen Faktor jedoch aus und will ihn auch nicht wieder einführen. Daher wird er ab heute mit den Grünen, der Union und der FDP über den demographischen Faktor streiten, die über alle politischen Grenzen hinweg dafür sind.

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