Wirtschaft : Stress lass nach

Zuviel Arbeit macht krank. Man muss rechtzeitig die Notbremse ziehen.

Stopp. Wer unter zu hoher Arbeitsbelastung leidet, sollte reagieren. Foto: dpa
Stopp. Wer unter zu hoher Arbeitsbelastung leidet, sollte reagieren. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa-tmn

Irgendwann stimmt die Balance nicht mehr. Zuviel Arbeit und zu wenig Zeit. Das ist stressig – und macht auf Dauer krank. Ungesunder Stress entstehe dann, wenn der Beschäftigte feststellt, dass das Arbeitspensum von ihm nicht mehr zu schaffen sei, sagt Martin Schütte von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Berlin. Dann sollten sie aktiv werden und nicht einfach hoffen, das Problem löse sich von selbst.

Die IG Metall hat kürzlich ihr Jahrbuch „Gute Arbeit 2012“ vorgestellt. Darin geht es um das Thema „Zeitbombe Arbeitsstress – Befunde, Strategien und Regelungsbedarf.“ Fühlt sich ein Arbeitnehmer von der Fülle der Aufgaben überfordert, sollte er schnell reagieren: „Ich würde ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Vorgesetzten oder dem Betriebsrat suchen, wenn ich angestellt bin“, rät Schütte. Dort schildere man am besten das Problem und suche dann gemeinsam nach einer Lösung für die zu hohe Arbeitsbelastung. Ist jemand selbstständig, könne er sich zum Beispiel Hilfe bei einem Hausarzt oder Arbeitsmediziner suchen.

Berufstätige machten jedoch häufig den Fehler, dass sie auf ungesunden Stress zu spät reagieren. „Zu körperlichen Symptomen wie Erschöpfungszuständen oder Gereiztheit sollte man es erst gar nicht kommen lassen“, rät Schütte. Solche Beeinträchtigungen sind zu vermeiden. Denn sei die betroffene Person vom Stress bereits krank geworden, sei es viel schwieriger, sie zu therapieren.

Ist das Gespräch mit dem Vorgesetzten keine Alternative, etwa weil der Arbeitsvertrag befristet ist, wäre eine Kur zu überlegen. Langfristig sei das in der Regel jedoch keine Lösung. Denn komme der Arbeitnehmer zurück in den Joballtag und es hat sich an der Arbeitsbelastung nichts geändert, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass er an genau der gleichen Situation erneut erkrankt. Dann helfe es auf lange Sicht nur, den Job zu wechseln. dpa

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