Wirtschaft : Stricken an einem Sicherheitsnetz

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GROSSE ABHÄNGIGKEIT

Spätestens seit dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ist klar: Europa braucht eine Strategie, um sich gegen böse Überraschungen zu wappnen. Denn die Länder sind stark von Energieimporten – insbesondere Öl und Gas – abhängig . Derzeit beziehen die 25 EU-Mitgliedsstaaten etwa 50 Prozent ihres Energiebedarfs von außerhalb. Bis zum Jahr 2030 könnte die Quote auf 70 Prozent steigen. Schließlich gehen langsam die Öl- und Gasfelder in der Nordsee zur Neige.

SPARZWANG

Da man die Öl- und Gasförderung nur begrenzt ausweiten kann, setzen die Europäer vor allem aufs Sparen. Nach einer Richtlinie, die die EU-Wirtschaftsminister diese Woche beschlossen haben, müssen die Mitgliedsländer nationale Aktionsprogramme starten, durch die Wirtschaft und private Verbraucher Energie sparen sollen. Zwischen Inkrafttreten der Richtlinie im Jahr 2008 und dem Jahr 2017 soll der Energieverbrauch um mindestens neun Prozent sinken . Vor dem G8-Gipfel forderte die EU auch das Nicht-Mitglied Russland dazu auf, seine Energieeffizienz zu erhöhen. „Wir wollen, dass Russland mehr Gas produziert, aber davon selber weniger verbraucht“, sagte EU-Energiekommissar Andris Piebalgs einem russischen Radiosender. Damit würde die EU auch ihre eigene Versorgung sichern. Schließlich liefert Russland der EU derzeit etwa ein Fünftel des benötigten Erdgases. Die EU verfolgt das Ziel einer „neuen Partnerschaft“ mit Russland.

MEHR RESERVEN

Beim Öl sind sie üblich, jetzt soll es auch größere Erdgas -Notreserven in den EU-Ländern geben. EU-Kommissar Piebalgs schwebt vor, dass die Verbrauchsmenge von mindestens zwei Monaten eingelagert wird. In Zukunft sollen außerdem gemeinsame Lieferverträge mit Russland abgeschlossen werden, um die Preise besser kontrollieren zu können. Außerdem wird über eine europäische Regulierung nachgedacht, wogegen sich aber unter anderen Deutschland wendet. hop

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