Wirtschaft : Strom als Vorbild für das Gas

Antje Sirleschtov

Völlig überraschend haben sich Anbieter- und Verbraucherverbände auf die so genannte Verbändevereinbarung Zwei für Erdgas geeinigt. Nach monatelangem Ringen gibt es nun eine freiwillige Richtlinie der Gasunternehmen zur Öffnung des deutschen Marktes. Das heißt für die Unternehmen, dass sie nun überall in Deutschland zu festgelegten Netzpreisen Gas an Kunden liefern können. Und es heißt für die Kunden, dass sie sich in Zukunft selbst aussuchen können, von welchem Gaslieferanten sie ihren Rohstoff zum Kochen und Heizen beziehen. Doch mit dem nun unterschriebenen Papier in der Hand, wird morgen niemand den heimischen Lieferanten den Rücken zukehren können, weil er überall preiswertere Angebote erhält. Denn der Wettbewerb, der zu Preissenkungen führt, braucht einen Markt. Und bis dieser durch konkurierende Unternehmen entsteht, wird es eine Weile dauern. Zum einen, weil kaum frei handelbare Gasmengen in Deutschland existieren. Und zum anderen, weil die Gas-Förderer, die zum größten Teil im Ausland zu finden sind, kein Interesse daran haben, preiswerteres Gas zur Verfügung zu stellen. Dennoch besteht Hoffnung für die Kunden, ebenso wie für wettbewerbsfreudige Anbieter. Denn auch im Strommarkt gab es vor Jahren erst einmal solche Hürden, die dann blitzschnell eingerissen wurden, als der erste Billiganbieter den Wettbewerb eröffnete.

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