STROM AUS DEM KELLER : Ein neuer Markt entsteht

Die Gasag ist einer der ersten Versorger, der die Blockheizkraftwerke für den Hausgebrauch in Deutschland in großem Stil verkauft. Er bezieht die Geräte aus Spanien. Vor einer Woche kündigten Volkswagen und der alternative Hamburger Stromanbieter Lichtblick überraschend an, gemeinsam bis zu 100 000 ähnliche Anlagen bauen zu wollen, die allerdings größer als die Gasag-Geräte sein sollen und eher zur Versorgung von Mehrfamilienhauses geeignet sein dürften. Zusammengerechnet sollen diese VW/Lichtblick-Anlagen einmal so viel Strom produzieren wie zwei Atomkraftwerke.
Die Anlagen funktionieren nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, das auch in den großen Heizkraftwerken der Stromversorger zum Einsatz kommt. Sie produzieren Strom, als Abfallprodukt entsteht Fernwärme. Der Nachteil ist allerdings, dass nur 45 Prozent der eingespeisten Energie eines Großkraftwerkes tatsächlich beim Endkunden in Form von Strom oder Wärme ankommt. Bei den modernen Mini- oder Mikro-KWK-Anlagen, die im Keller des Bürogebäudes oder Privathauses stehen, liegt der Wirkungsgrad bei bis zu 95 Prozent. Ökologisch und ökonomisch macht es folglich Sinn, Strom und Wärme dezentral zu erzeugen. Allerdings ist es bisher kaum einem Hersteller gelungen, Geräte anzubieten, die für Privatnutzer erschwinglich sind. Das dürfte nur bei Fertigung in großer Stückzahl gelingen. kph

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben