Strom : Preise, Modelle, Tarife

A. Sauerbrey / S. Weneit

Transparenter soll der eigene Stromverbrauch mit den neuen Zählern werden. Wo sind die Stromfresser, wie viel Energie wird nachts verbraucht? Stromsparen soll in einer Welt steigender Energiepreise im Alltag erleichtert werden. „Der Kunde hat damit seinen Energieverbrauch besser unter Kontrolle“, sagt Ulrich Kleemann, Energieberater der Verbraucherzentrale Berlin.

Doch die Einführung der „intelligenten“ Zähler birgt auch Fallen für die Verbraucher. Da es keine technische Normierung gibt, kaufen die Stromanbieter jeweils unterschiedliche Modelle ein. Diese bieten nicht nur unterschiedliche Funktionen, sondern sind auch untereinander inkompatibel. So arbeiten etwa Vattenfall und EnBW mit geschlossenen Softwaresystemen, ihre Zähler können nicht von anderen Unternehmen fernausgelesen werden.

Für Verbraucher könnte das den Wechsel des Stromanbieters schwieriger machen. „Ein Wechsel ist dennoch möglich“, sagt Thorsten Kaspar, Energiereferent des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Kunden können sich unabhängig von ihrem Stromlieferanten für einen Zähler entscheiden. Beim Auswechseln von Geräten können allerdings Kosten entstehen, sagt auch Vattenfall-Sprecherin Alexandra Blum.

Auch neue, nach Tageszeiten gestaffelte Tarife kommen. Vattenfall gibt dazu unter Hinweis auf die Konkurrenz noch keine Auskunft. Der einzige Anbieter, der bereits einen neuen Stromzähler mit dazugehörigem Tarif anbietet, ist der baden-württembergische Konzern EnBW und seine Tochtergesellschaft, die bundesweit agierende Yello Strom. Kunden der EnBW können bereits jetzt das mit umfangreichen Funktionen ausgestattete Gerät ordern, das in der Branche als „Mercedes“ gilt. Über einen mit dem Zähler verbundenen Bildschirm lässt sich sekundengenau der Verbrauch ablesen, die Nutzungsdaten sind auch über das Internet abrufbar.

Zwischen 20 und acht Uhr ist der Strom in diesem Tarif günstiger. Laut EnBW können energiebewusste Nutzer mit Hilfe des neuen Geräts fünf bis zehn Prozent Strom sparen. Was allerdings nicht bedeuten muss, dass sie auch Geld sparen. 14,95 Euro kostet der Grundpreis in dem neuen Tarif, rund sieben Euro mehr als der reguläre EnBW-Tarif. Um das herauszuholen, müsste der Kunde in der Normalstromzeit monatlich rund 34 Kilowattstunden einsparen – je nach Haushaltsgröße sind das deutlich mehr als zehn Prozent des monatlichen Durchschnittsverbrauchs, etwa so viel, wie eine moderne Waschmaschine für 34 Standardwaschgänge braucht. Wollte man die sieben Euro durch den günstigeren Nachttarif einsparen, müsste man rund 250 Kilowattstunden in die Zeit nach 20 Uhr verlagern. Das entspräche in etwa dem mittleren monatlichen Verbrauch eines Zweipersonenhaushalts. Außerdem wird eine einmalige Umbaugebühr von knapp 100 Euro fällig – und der Kunde verpflichtet sich auf eine einjährige Laufzeit. Eine genaue Prüfung der neuen Angebote lohnt sich also. A. Sauerbrey / S. Weneit

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