Wirtschaft : STROM UND GAS Der kalkulierte Ausfall

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Die Energiewirtschaft gibt sich gelassen. Sie sieht sich nicht in erster Linie als Ziel möglicher terroristischer Aktivitäten. Dabei sind ihre Netze die offene Flanke. Niemand ist in der Lage, eine Million Kilometer Stromleitungen in Deutschland zu kontrollieren. Nichts scheint einfacher, als durch die Zerstörung von Strommasten oder Verteileranlagen eine Volkswirtschaft empfindlich zu stören. Aber das Stromnetz ist in Westeuropa inzwischen so dicht geflochten, dass selbst Ausfälle von größeren Kraftwerken oder Haupttransportleitungen ohne Probleme ausgeglichen werden können. Der Stromwirtschaft bleibt auch gar nichts anderes übrig, Computer und Kommunikationseinrichtungen stellen inzwischen höchste Ansprüche an die Versorgungssicherheit. In vielen Fällen haften Versorger für Netz oder Spannungsschwankungen, weil ihre Kunden auf entsprechende Vertragsklauseln bestehen.

Ein anderes Thema: die Kernkraftwerke. Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat angesichts möglicher terroristischer Bedrohung gerade eine neuen Studie zum Thema „Terror und Sicherheit“ anfertigen lassen. Darin, so heißt es, seien auch neue Notfallplanungen enthalten. Aber für die Sicherheit von Kernkraftwerken gilt wie immer – top secret. In der Gasversorgung sieht es etwas anders als beim Strom. Das Netz ist nicht so dicht geknüpft, dafür haben Ausfälle nicht so weit reichende Folgen. Zudem ist der Großteil der Pipelines unterirdisch verlegt. Beim Bezug von Erdgas, darauf weist der führende Importeur Ruhrgas hin, bedeutet der Irak-Krieg keine grundlegenden Veränderungen. Die Verträge seien flexibel, so dass zusätzliche Gasmengen beschafft werden könnten. Hinzu komme: Ruhrgas bezieht aus der vom Krieg betroffenen Region kein Erdgas. fo

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