• Strom und Telekommunikation: Weitere Preissenkungen beim Strom sind unwahrscheinlich - Die Telefonkosten fallen weiterhin

Wirtschaft : Strom und Telekommunikation: Weitere Preissenkungen beim Strom sind unwahrscheinlich - Die Telefonkosten fallen weiterhin

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Die Preise in den ehemaligen Monopolbranchen Strom und Telekommunikation werden sich in Zukunft unterschiedlich entwickeln, erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Im Telefonbereich werde der weiterhin scharfe Wettbewerb für "anhaltende Preissenkungen" sorgen, schreibt das DIW in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. Für den Stromsektor ist das Institut eher pessimistisch: Noch niedrigere Preise seien nur bei zunehmendem Wettbewerb und anhaltenden Kostensenkungen möglich. Weil den Haushalten bislang das Preisbewusstein gefehlt habe und die Stromkosten relativ gering seien, habe erst ein Prozent der Privatkunden den Energielieferanten gewechselt. Daher, so das DIW, seien die Preise zwischen Anfang 1998 und März 2000 für Haushalte etwa gleich geblieben, auch wegen der Öko-Steuer-Belastung. Deutlicher hätten Industriekunden profitiert: Allein zwischen September 1999 und Mai 2000 seien die Preise im Westen um 18, im Osten gar um 26 Prozent gesunken. Der Grund sei vor allem der Abbau von Überkapazitäten bei den Versorgungern.

Damit die Konkurrenz auf dem Strommarkt auch weiterhin funktioniere, stelle sich die Frage, ob nicht eine Regulierungsbehörde wie für die Branchen Telekommunikation und Post eingerichtet werden sollte. Denn erstens bleibe der Stromtransport ein Monopol der Netzbetreiber, und zweitens sei die Wettbewerbsintensität auf diesem Markt langfristig "eher geringer". Zu der Vielzahl von Strombörsen in Deutschland äußerste sich das DIW kritisch. Es sei fraglich, ob der "Parallelbetrieb auf Dauer wirtschaftlich ist". In Leipzig hat eine solche Börse jüngst den Handel aufgenommen, Frankfurt und Hannover wollen nachziehen.

Auch in puncto Telekommunikationsmarkt muss die Wettbewerbsaufsicht den DIW-Forschern zufolge wachsam bleiben. Es müsse "sichergestellt werden, dass der Wettbewerb nicht durch Konzentrationsprozesse gefährdet wird". Von Januar 1996 bis März 2000 hätten private Haushalte 23 Prozent weniger für Telefondienstleistungen zahlen müssen. Wegen des technischen Fortschritts, der höhere Übertragungskapazitäten und neue Kommunikationsdienste ermögliche, sei aber weiterhin mit scharfer Konkurrenz zu rechnen. Jedoch müssten noch Barrieren fallen, die den Zutritt neuer Anbieter verhinderten, besonders im Ortsbereich. Hier hat die Deutsche Telekom ihr Monopol fast vollständig erhalten.

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