Wirtschaft : Strommärkte: Deutscher Handel kommt in Fahrt

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Dank der Liberalisierung der Strommärkte und vor allem auch dank der beiden Strombörsen kommt der Stromhandel in Deutschland allmählich auf Touren. Mit bislang positiven Effekten für die Abnehmer: Die Preise für Industriekunden sind nach Angaben von Eberhard Meller, Haugeschäftsführer der Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW), seit 1998 um rund 40 Prozent gesunken, in Einzelfällen sogar um 50 Prozent. Private Verbraucher müssen sich allerdings mit Abschlägen zwischen 10 und 20 Prozent zufrieden geben. Diese Entwicklung lässt sich aber nicht fortschreiben: Auf Dauer erwartet Meller wieder Preiserhöhungen.

"Bei den Preisen für Großabnehmer ist die Talsohle wohl erreicht", sagt der VDEW- Manager. Bei den privaten Abnehmern seien noch leichte Abschläge drin, aber große Schritte nach unten erwartet Meller nicht mehr. Auch wenn die Strompreise in Deutschland mittlerweile zu den günstigsten in Europa zählen - nachdem sie vor einigen Jahren noch europäische Spitze waren - könnten sie nach Ansicht von Meller noch niedriger sein. Strom- und Netzpreise würden hierzulande durch Steuern stark belastet.

Dazu zählt Meller einmal die Stromsteuer, dann die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgeschriebene zusätzliche Vergütung für umweltfreundlich produzierten Strom sowie das Gesetz zur Kräft-Wärme-Koppelung. All dies summiere sich in diesem Jahr auf Belastungen von 12 Milliarden Mark. Damit seien die in letzten Jahren erfolgten Preissenkungen in einem Volumen von 20 Milliarden Mark - davon 15 Milliarden für die Industrie und fünf Milliarden Mark für die Privathaushalte - weitgehenden schon wieder aufgezehrt. "Der Gesetzgeber kassiert so Subventionen über die Strompreise. Am Ende wird der Verbraucher solche Sonderlasten tragen", so Meller. Die Ziele beim Umwelt- und Klimaschutz ließen sich auch ohne solch staatlich verordnete Preiserhöhungen erreichen.

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