Wirtschaft : Strommarkt: Analysten loben den Deal von Eon - Aktie verliert kurzfristig, während RWE gewinnt

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Großes Lob von den Analysten hat die Eon AG, Düsseldorf, für ihren überraschenden Deal erhalten. Auf diese Weise erfülle der Stromversorger nicht nur den Auftrag des Bundeskartellamtes schnellstens, sich von den Anteilen an der Bewag AG, Berlin, zu trennen, heißt es bei den Aktienexperten. Auch stärke der Deal noch das Kerngeschäft von Eon, die aus der Fusion der Düsseldorfer Veba mit der Münchener Viag hervorgegangen ist, nachhaltig. "Sie haben das gut gemacht", resümiert Frank Rothauge, Analyst beim Kölner Privatbankhaus Sal. Oppenheim. Nach Meinung von Isabelle Hayen von Goldman Sachs ist dabei am wichtigsten, dass der Anteil von 17,5 Prozent an der schwedischen Sydkraft und die 61,9 Prozent an der Hein Gas Hamburger Gaswerke GmbH in die strategische Ausrichtung von Eon passen. Zudem wachse die "Cash-Halde" des Düsseldorfer Konzerns kontinuierlich.

Lüder Schumacher von der Deutschen Bank sieht ebenfalls einen "sehr vernünftigen Deal", weil beide Beteiligungen hervorragend in die Eon-Strategie passen. Auch der Preis von 12,15 Euro pro Bewag-Aktie - bei einem von ihm hochgerechneten Paket-Preis von 1,33 Milliarden Euro - sei akzeptabel. Schumacher lobte, dass die Überraschung bis zuletzt unter der Decke geblieben sei. Auf der anderen Seite seien sowohl Bewag als auch deren Gesellschafter Southern Energy total überrascht worden - "das ist schon ziemlich angelsächsisch gemanagt worden", so der Deutsche-Bank-Analyst weiter.

Für Southern Energy stelle sich die Lage nach dem Deal nun prekär dar. Schumacher wäre nach eigenem Bekunden ziemlich überrascht, wenn die angekündigte Klage des amerikanischen Konzerns Erfolg haben würde. Das Szenario für die ostdeutsche Stromlandschaft beschreibt er so: HEW/Vattenfall wird die vom Kartellamt geforderte vierte Kraft in Deutschland und übernimmt auch die Veag und Laubag. Eon sei bei der Deutschen Bank schon vorher "positiv" bewertet worden, das Kursziel habe diese nun auf 69,90 Euro hochgesetzt. Gestern notierte die Aktie allerdings mit rund 58 Euro im Minus. Nachdem nun der deutsche Markt im Großen und Ganzen bereinigt und die vierte Kraft etabliert sei, erwartet Schumacher im Herbst den angekündigten internationalen Schritt der beiden Marktführer. "Sowohl Eon als auch RWE werden etwas machen müssen, mit wem auch immer. Beide Konzerne sind in Europa noch nicht richtig positioniert", so der Analyst. Dabei sei die Zahl der potenziellen Partner begrenzt.

Klaus Repges von WestLB Panmure hält den Deal ingesamt für richtig. Der Kauf werde Eon strategisch voranbringen, zumal das Geschäft in Skandinavien weiter gestärkt werde. Repges geht davon aus, dass das Paket zu Marktkonditionen abgewickelt wurde. Die WestLB bewertet Eon neutral mit einem Kursziel von 65 Euro.

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