Wirtschaft : Strommarkt: HEW-Chef Manfred Timm über seine Pläne mit Bewag und Veag (Interview)

Herr Timm[in Berlin wird ihr geplanter Bewag-Eins]

Herr Timm, in Berlin wird ihr geplanter Bewag-Einstieg als feindliche Übernahme gewertet.

Das ist es nicht. Wir wollen, dass HEW und Bewag kooperativ zusammenarbeiten. In der heutigen liberalen Stromlandschaft ist jeder für sich zu klein, um zu überleben.

Heißt das Stellenabbau und die von der Politik befürchtete Schwächung des Wirtschaftsstandortes?

In der Summe wird es weniger Stellen geben. Wieviele, ist offen. Aber die Gewerkschaften haben ja ein Mitspracherecht. Im übrigen wird der Großkonzern natürlich seine Hauptverwaltung in Berlin haben.

Southern Energy droht mit einer Klage, weil sie Vertragsrechte verletzt sehen.

Ziel einer solchen juristischen Auseinandersetzung wäre Eon als Verkäufer der Anteile. Southern ist ein gewichtiger, bisher die unternehmerischen Geschicke der Bewag leitender Mitaktionär. Ich könnte mir vorstellen, dass nach dem ersten Schock wieder das normale geschäftliche Interesse überwiegt.

Southern hat immer erklärt, dass sie auf unternehmerische Führung bestehen. Würden Sie Southern die 26 Prozent an Bewag abkaufen?

Ja, wir wären dazu bereit.

Was bedeutet der Bewag-Einstieg für ihre Ziele in der ostdeutschen Stromwirtschaft?

Wir haben zwei fast gleichrangige Ziele. Einerseits eine intensive Kooperation mit der Bewag. Die macht auch ohne Weiterungen Sinn. Aber wir verfolgen damit ganz eindeutig ein zweites Ziel, die Übernahme von Veag, Laubag und gegebenenfalls der Envia. Wir als HEW wollten das immer mit Southern und Bewag zusammen tun. Southern hat sich dagegen gewehrt. Unser Bewag-Einstieg ist so auch ein bisschen von der starren Southern-Haltung beeinflusst worden.

Wollen Sie nun mit der Bewag zusammen für Veag und Laubag bieten?

Ich werbe dafür, dass Bewag und HEW zusammen gehen, um ein Konsortionalangebot für die Veag abzugeben. Ich kann nur werben, denn die HEW ist erst ab 1. Januar in der Position, um im Bewag-Aufsichtsrat mit zu bestimmen. Aber in diesem Jahr wird die Veag verkauft.

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