Strommarkt : Nuon heißt jetzt Lekker Energie

Berlins zweitgrößter Stromlieferant Nuon hat sich unbenannt und vollzieht einen Strategiewechsel zum grünen Stromversorger.

Berlin - Vattenfalls größter Konkurrent auf dem Berliner Energiemarkt, Nuon, hat sich in „Lekker Energie“ umbenannt – in Anlehnung an die schon vor vier Jahren eingeführten Nuon-Tarife „lekker Strom“ und „lekker Gas“. Die Verträge der Nuon-Kunden bleiben bestehen, allerdings vollzieht das Unternehmen mit neuem Namen und neuem Eigentümer einen Strategiewechsel hin zum grünen Stromversorger.

Hintergrund der Umbenennung, die ausschließlich für den deutschen Markt gilt, ist die Übernahme der niederländischen Gesellschaft Nuon durch den schwedischen Staatskonzern Vattenfall im vergangenen Jahr. Die EU-Kommission hatte das Geschäft genehmigt, allerdings mit der Auflage, dass Nuons Deutschland-Tochter davon ausgenommen wird. Denn Nuon hatte sich seit dem Markteintritt vor zehn Jahren in zwei Vattenfall-Regionen gut entwickelt: In Berlin beliefert Nuon immerhin knapp zehn Prozent der Stromkunden und ist damit die Nummer zwei nach Vattenfall. In Hamburg stieg Nuon zur Nummer drei hinter Vattenfall und Lichtblick auf. Würden die Deutschland-Aktivitäten der Schweden und Niederländer zusammengelegt, gäbe es in Berlin und Hamburg kaum noch Wettbewerb, so das Kartellamt.

Nuons Deutschlandgeschäft ging also im März an die nordrhein-westfälische Enervie Gruppe, die mehreren Kommunen und Regionalversorgern gehört. Die neue Firma Lekker Energie mit 235 Beschäftigten in Berlin und Heinsberg (NRW) ist ein Stromhändler und erzeugt selbst keine Energie. Lekker hat rund 300 000 Kunden, fast ausschließlich in Großstädten. „Unser Ziel ist es in einem ersten Schritt 500 000 Kunden mit Strom und Gas zu beliefern“, sagte Geschäftsführer Thomas Mecke am Mittwoch. Er betonte, dass Lekker nur Strom aus erneuerbaren Quellen verkauft – genau wie der Konkurrent Lichtblick, aber anders als Vattenfall, der Strom hierzulande vor allem mit Kohlekraftwerken erzeugt. kph

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